Panorama
Lebensmüde Kupferdiebe schlagen erneut zu
Kupferdraht ist begehrtes Diebesgut: SBB-Fahrleitungen werden abmontiert. (Bild: SBB)
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Sie liessen 3 Kilometer Kabel von zwei Strecken mitgehen. Laut Polizei sind Profis am Werk. Die SBB verstärkt die Kontrollen. Die Kupferdiebe schlugen gleich an zwei Aargauer Bahnstrecken zu, wie die Kantonspolizei am Montag mitteilte. Auf der Strecke zwischen Siggenthal Station und Döttingen fehlten 1500 Meter Kupferkabel.
Zwischen Sisseln und Laufenburg wurden auf dem Gemeindegebiet von Kaisten weitere 1300 Meter Kupferkabel abmontiert. In beiden Fällen bemerkten Lokführer im Verlauf des Wochenendes, dass das Erdungskabel abhanden gekommen war.
Wann die Erdseile gestohlen wurden, sei nicht bekannt, sagte Rudolf Woodtli, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Auffallend sei aber, dass sich die Diebstähle im grenznahen Gebiet ereignet hätten, so Woodtli.
Die Polizei vermutet dieselbe Täterschaft hinter den Kupferdiebstählen. Sie geht davon aus, dass die Diebe über entsprechende Fachkentnisse verfügen und professionell organisiert sind.
SBB verstärkt Kontrollen
Die SBB will nach den Diebstählen die Kontrollen an den Strecken verstärken. Man sei in Kontakt mit den Streckenwarten in Regionen, die ein ähnliches Profil aufweisen wie die betroffenen, sagte SBB- Sprecher Roman Marti.
Weitere Sicherheitsmassnahmen gibt die SBB aus taktischen Gründen nicht bekannt. Marti wies darauf hin, das die Diebe mit ihrem Leben spielten. Es müsse für einen Stromschlag nicht zu einer Berührung mit der Fahrleitung kommen.
Jederzeit könne ein so genannter Lichtbogen auf Menschen, die der Fahrleitung zu nahe kommen, überspringen. Ein derartiger Stromschlag sei tödlich, warnte Marti. Die SBB schaltet die Fahrleitungen für Arbeiten an den Erdungsseilen deshalb stets ab.
Auf den Bahnverkehr haben die Diebstähle keinen Einfluss, wie Marti betonte. Die Zugstrecken seien auch ohne Erdungskabel befahrbar. Für die SBB resultiere einzig bei der Rückführung im Stromkreis ein grösserer Energieverlust.
Lebensgefährlicher Kurzschluss in Rümikon AG
In der Nacht auf vergangenen Donnerstag hatten sich Kupferdiebe beim Abmontieren eines Erdungskabels im aargauischen Rümikon in Lebensgefahr gebracht. Als sie das Kabel durchschnitten, fiel dieses auf die unter 15'000 Volt Spannung stehende Fahrleitung, was einen Kurzschluss auslöste.
Den Dieben war zum Verhängnis geworden, dass das Erdseil zwischen Kaiserstuhl und Rümikon die Fahrleitung kreuzte. Das Kupferkabel erdet die Strommasten bei einem Blitzschlag und verläuft üblicherweise parallel zur Fahrleitung.
Wegen des Kurzschlusses erhielt die SBB eine Störungsmeldung, worauf der Kontrolldienst ausrückte. Die SBB-Angestellten sahen noch, wie ein Fahrzeug davonfuhr. Dabei könnte es sich um die Kupferdiebe gehandelt haben. (bru/sda)
Erstellt: 21.09.2009, 17:48 Uhr



