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«Dies wird ein enormes Desaster»
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Augenzeugen berichten
Das schwerste Erdbeben seit mehr als 200 Jahren in Haiti hat ein Chaos hinterlassen. In der Hauptstadt Port-au-Prince irren Tausende Menschen umher, manche weinen auch, sie singen religiöse Lieder. «Menschen schreien Jesus, Jesus», berichtet ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe Menschen gesehen, die in den Trümmern nach Opfern suchten. «In den Strassen lagen Tote und Verletzte», sagte er weiter. «Das ist eine veritable Katastrophe», sagte ein Mann, dessen Körper von Staub bedeckt war. «Alle hier sind entsetzt und verstört», erklärte ein anderer Mann.
Im Katastrophengebiet spielten sich erschütternde Szenen ab, wie weitere Augenzeugen berichten. Etliche Gebäude seien wie Kartenhäuser zusammengebrochen. Opfer des Erdbebens erzählen, was sie erlebt haben. «Es war sehr, sehr schlimm», sagt ein 15-jähriges Mädchen, das vom Vater aus den Trümmern befreit wurde. Ein Mann berichtet von blutverschmierten Menschen, die nach Angehörigen suchen. Nach dem Erdbeben habe sich eine Staubdecke über Port-au-Prince ausgebreitet, sagt ein Mann. Etwa 20 Minuten habe diese gespenstische Szenerie gedauert. Alle 15 bis 20 Minuten seien Nachbeben zu spüren gewesen.
«Es war sehr, sehr schlimm»
Die Telefonverbindungen in Port-au-Prince und Umgebung funktionierten nicht. «Es gibt keinen Strom, die Leute können ihre Angehörigen und Freunde nicht telefonisch erreichen», sagt ein anderer Mann. Die meisten TV- und Radio-Stationen könnten nicht auf Sendung gehen. Die eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten erschwerten die Rettungs- und Bergungsarbeiten.
Auf den Strassen versuchten die Menschen, einander zu helfen. Ambulanzen und Sanitätsdienste seien nicht zu sehen. Angesichts des Ausmasses des Erdbebens genüge die medizinische Versorgung nicht. «Die Spitäler sind überlastet», berichtete ein Arzt. «Die Toten werden in Hunderten gezählt werden müssen», sagte ein Arzt, der bei dem Erdstoss selbst verletzt wurde, der Nachrichtenagentur AFP.
Plünderungen
Mehrere Universitätsgebäude seien beschädigt worden, etliche Studenten hätten die Gebäude nicht verlassen können, sagte der Verantwortliche eines privaten Instituts. «Es gab viele Verletzte.» Betroffene und Bewohner von Port-au-Prince veröffentlichten auf Social Networks wie Twitter Fotos von Toten und Verletzten und von staubbedeckten Strassen und eingestürzten Gebäuden.
Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, kam es in einem Vorort der Hauptstadt zu Plünderungen. Die Plünderer bedienten sich demnach in einem eingestürzten Supermarkt im Norden von Port-au-Prince. «Ein Supermarkt, eine Tankstelle, eine Kirche - schlimm betroffen ist unter anderem der Armenbezirk Carrefour», sagte ein Sprecher einer Hilfsorganisation. «Dies wird ein enormes Desaster werden.»
(vin)Erstellt: 13.01.2010, 12:52 Uhr




