Panorama
Mexikanische Drogenbanden basteln sich Panzerfahrzeuge
Aktualisiert am 07.06.2011 15 Kommentare
Im Bundesstaat Tamaulipas tobt der Drogenkrieg zurzeit besonders heftig
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Eine berüchtigte mexikanische Drogenbande hat sich mit gepanzerten Fahrzeugen für den Drogenkrieg im Norden des Landes gerüstet. Mexikanische Soldaten entdeckten in einer Lagerhalle des Golf-Kartells im Bundesstaat Tamaulipas zwei selbst gebaute Panzer.
Die Soldaten waren bei einem Einsatz in der Stadt Ciudad Camargo auf eine Gruppe bewaffneter Männer getroffen, wie ein Militärvertreter gestern sagte. Bei der Schiesserei wurden zwei der Männer getötet, zwei versteckten sich in der Lagerhalle.
23 Fahrzeuge standen zur Panzerung bereit
Dort entdeckten die Soldaten später die beiden Fahrzeuge, die mit zweieinhalb Zentimeter dicken Stahlplatten gepanzert waren. Zwei weitere Panzer waren demnach noch im Bau, 23 weitere standen zur Panzerung bereit.
Die Drogenbanden nutzen die Eigenbau-Panzer, die in Mexiko «Monster» genannt werden, im Kampf gegen verfeindete Kartelle und zum Schutz von Drogenlieferungen. Sie halten nach Militärangaben schwerem Maschinengewehrfeuer stand und können nur mit Panzerabwehrwaffen zerstört werden.
Im Mai hatten Polizisten bei einem Einsatz gegen das Drogenkartell Los Zetas ein gepanzertes Gefährt entdeckt, das 20 Insassen Platz bietet. Im Norden Mexikos kämpfen rivalisierende Drogenkartelle um die Schmuggelrouten in die USA.
Kampf gegen ehemalige Bosse
Im Bundesstaat Tamaulipas liefern sich das Golf-Kartell und die Bande Los Zetas seit vergangenem Jahr einen besonders brutalen Kampf. Los Zetas wurde von früheren Elitesoldaten gegründet, die in den 90er-Jahren desertierten, um für das Golf-Kartell zu arbeiten. Heute bekämpfen die Mitglieder von Los Zetas ihre ehemaligen Bosse.
In dem Dorf Guerrero entdeckten die Ermittler in rund 20 Gruben insgesamt 1314 verkohlte Knochenstücke, wie die Staatsanwaltschaft des nördlichen Bundesstaates Coahuila erklärte. Zudem hätten sie etwa 60 Patronenhülsen aus grosskalibrigen Waffen, Kleidungsstücke, Münzen und Teile von Armbanduhren geborgen.
Coahuila grenzt an die Bundesstaaten Durango und Tamaulipas, wo seit Anfang April insgesamt 409 Leichen in Massengräbern gefunden wurden. Seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden des Landes den Kampf angesagt hatte, kamen in dem Drogenkrieg etwa 37'000 Menschen ums Leben. (mrs/sda)
Erstellt: 07.06.2011, 09:54 Uhr
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15 Kommentare
Kampf gegen Drogen = Sysiphus-Arbeit? Wieso nicht mal an die Vernuft und Eingenverantwort des Menschen appelieren und alle Drogen legalisieren? Den Kartellen wäre die Substanz entzogen und jeder weiss, was Drogen bewirken, ist also selber für seinen Kosnum verantwortlich. Antworten
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