Armeepsychiater läuft auf Militärbasis Amok

Ein Mann hat in der Nacht auf der texanischen Basis Fort Hood 12 Menschen getötet und 31 weitere schwer verletzt. Er sollte in wenigen Wochen in den Krieg im Irak einrücken.

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Er muss sich wegen Mordes verantworten: Nidal Malik Hasan.

   

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Fort Hood

Ein Militärpsychiater hat am Donnerstag auf der Militärbasis Fort Hood in Texas ein Blutbad angerichtet. 12 Menschen kamen bei dem Amoklauf ums Leben. 31 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Der Arzt hatte zuvor auf dem grössten Stützpunkt der USA hauptsächlich Soldaten betreut, die nach Einsätzen im Irak und Afghanistan unter posttraumatischen Störungen litten. Er befindet sich am Freitagmorgen in «stabilem Zustand», wie der Kommandant der Basis, Bob Cone, mitteilte.

Zuvor hatte es geheissen, der Täter sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben gekommen. Auch war zunächst vermutet worden, dass es mehr als einen Angreifer gab. Das stellte sich ebenfalls als falsch heraus. «Es gab nur einen Schützen», sagte Cone vor Journalisten, nachdem zuvor zwei weitere Soldaten als mögliche Komplizen festgehalten und dann wieder freigelassen worden waren.

Mitten am Nachmittag Feuer eröffnet

Der mit einer Pistole und einer halbautomatischen Waffe ausgerüstete Major hatte nach bisherigen Ermittlungen um 13.30 Uhr Ortszeit das Feuer in einem Stützpunkt eröffnet, in dem Soldaten vor Auslandseinsätzen noch einmal auf ihre Gesundheit hin überprüft und behandelt werden.

In dem selben Gebäudekomplex werden auch Heimkehrer von Auslandseinsätzen erfasst. Viele der in Fort Hood stationierten Soldaten waren im Irak und in Afghanistan oder werden dorthin geschickt.

Schütze hat Marschbefehl für den Irak erhalten

Über das Motiv des Amoklaufs herrschte Unklarheit. Der Kommandant selbst lehnte jegliche Angaben über den Amokläufer ab, den er lediglich als Major Nidal Malik Hasan identifizierte. Nach Medienberichten hatte der 39-jährige gebürtige Jordanier und Muslim für den 28. November den Marschbefehl für den Irak erhalten und sich entschieden dagegen gewehrt.

Der unverheiratete Hasan war nach Medienberichten erst seit Juli in Fort Hood stationiert und soll schon seit langem eine Entsendung in den Irak gefürchtet haben. Schon seit Jahren habe er immer wieder gesagt, dass ein Einsatz in der Region das Schlimmste sei, was er sich vorstellen könne, hiess es weiter.

Ein Kollege des mutmasslichen Täters, der pensionierte Oberst Terry Lee, sagte im Fernsehsender Fox, Hasan habe gehofft, dass Obama die Truppen aus Afghanistan und dem Irak zurückholt. Er habe sich oft mit Kameraden gestritten, die für die Einsätze gewesen seien.

Opfer sind hauptsächlich Soldaten

Wie General Cone bestätigte, war es eine zivile Polizistin, die als erste Schüsse auf den Amokläufer abgab, um ihn zu stoppen. Sie sei entgegen ersten Berichten nicht bei ihrem Einsatz ums Leben gekommen. Über die Toten und Verletzten sagte der Kommandant lediglich, es seien hauptsächlich Militärangehörige.

Der gesamte Stützpunkt, nach US-Angaben mit 45'000 Soldaten der grösste weltweit, wurde nach den ersten Schüssen sofort abgeriegelt. 500 Militärpolizisten durchkämmten das Gebiet.

«Es ist schrecklich»

Der amerikanische Präsident Barack Obama sprach von einem «entsetzlichen Ausbruch der Gewalt» und rief zum Gebet für die Opfer und Angehörigen auf. Er stehe in Kontakt zum Pentagon, zur Bundespolizei FBI und dem Heimatschutzministerium, um die Sicherheit der US- Truppen in ihrem eigenen Land zu gewährleisten, sagte Obama.

«Es ist schwierig genug, wenn wir diese mutigen Amerikaner in Kämpfen in Übersee verlieren. Es ist schrecklich, dass sie hier auf einer Basis in den Vereinigten Staaten unter Beschuss kommen.» (oku/sda/ap)

Erstellt: 06.11.2009, 06:52 Uhr

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