Minarett-Abstimmung: Je höher die Beteiligung, umso mehr sagten Ja
Aktualisiert am 03.12.2009 5 Kommentare
Für einmal gemeinsam rot: Die Städte und die liberale Goldküste stimmten bei der Minarett-Initiative gleich.
Links
Artikel zum Thema
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Bei stark polarisierenden Vorlagen werde regelmässig über Mobilisierungseffekte spekuliert. Für einmal lasse sich nun aber ein derartiger Effekt auch tatsächlich nachweisen, heisst es in der heute publizierten Analyse des Statistischen Amts zur Minarett-Initiative. Die Stimmbeteiligung lag mit 55 Prozent deutlich über dem langjährigen Mittel von etwa 44 Prozent.
Vor allem Befürworter gingen zur Urne
Je mehr zusätzliche Leute in einer Gemeinde abstimmen gingen (gegenüber dem Durchschnittswert), desto höher war der Ja- Stimmenanteil. Die Initiative scheint also vor allem die Befürworter mobilisiert zu haben.
Pro vier Prozentpunkte zusätzliche Stimmbeteiligung hat sich der Ja-Stimmenanteil um etwa einen Prozentpunkt erhöht. Das sei zwar «nicht gerade viel - aber nicht zu vernachlässigen», schreibt das Statistische Amt des Kantons Zürich.
Die Statistiker haben auch abgeklärt, ob der Kontakt mit der muslimischen Bevölkerung einen Einfluss auf die Zustimmung zur Anti- Minarett-Initiative hatte. Es stellte sich heraus, dass ein höherer Muslimanteil nur mit einer sehr geringfügig erhöhten Zustimmung einherging.
Grosse Unterschiede bei Ja-Anteilen
Mit 55 Prozentpunkten ungewöhnlich gross war die Differenz zwischen der höchsten und der geringsten Zustimmung. Im ländlichen Hagenbuch stimmten 79 Prozent Ja, in den Wahlkreisen 4 und 5 der Stadt Zürich nur gerade 24 Prozent.
Erwartungsgemäss die höchsten Ja-Stimmenanteile gab es in Gemeinden mit einer nationalkonservativen Stimmbürgerschaft, in denen die SVP die dominierende Partei ist. Vergleichsweise gering war zwar die Zustimmung in Städten, in denen die SP stark ist, aber auch in den Hochburgen der FDP entlang des unteren Zürichsees.
Für einemal habe der ideologische Gegensatz zwischen Markt- und Staatsgläubigen keine Rolle gespielt. Die rote Stadt und die liberale Goldküste hätten ein sehr ähnliches Abstimmungsverhalten gezeigt.
(cal/sda)
Erstellt: 03.12.2009, 15:15 Uhr
Kommentar schreiben
5 Kommentare
Bundesräte, Volksvertreter auf höchster Ebene die die Demokratischen Entscheide des Volkes nicht aktzeptieren können und wollen, müssen sofort (fristlos) zurücktreten bevor Sie in der ganzen Welt herum jeten, Schaden anrichten und die Schweiz als Dumm verkaufen! Calmy, Leuenberger, Widmer, Leuthard, sofort zurücktreten, Ihr seid eine Schande für das Land! Antworten
















Die Welt in Bildern










