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Myles Robinson war betrunken
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Der junge englische Tourist, der am Montag im bernischen Lauterbrunnental tot aufgefunden wurde, war zum Zeitpunkt des Unglücks stark alkoholisiert. Der Leichnam wies einen Alkoholgehalt von rund 2 Promille auf. Ein erstes Testergebnis auf Drogen fiel dagegen negativ aus, wie das Untersuchungsrichteramt Berner Oberland und die Kantonspolizei Bern am Mittwoch mitteilten. Die Frage, warum sich der 23-Jährige nachts ins unwegsame und gefährliche Gelände ausserhalb des Dorfes begab, könne wohl nie mit Sicherheit beantwortet werden.
Der junge Mann ist nach heutigem Kenntnisstand im schneebedeckten und steilen Gelände des Gebiets Steinhalten zu Fall gekommen. Danach stürzte er über die rund 100 Meter hohe Felswand in die Tiefe. Dabei zog er sich tödliche Verletzungen zu. Die Polizei geht gemäss bisherigen Ermittlungen von einem Unfall aus. Die Obduktion hat keine Hinweise auf eine Einwirkung Dritter ergeben. Zusätzliche Ermittlungen sind jedoch im Gang.
Suche nach Schuh unterbrochen
Wie die Kantonspolizei weiter mitteilte, trug die Leiche am Fundort keine Schuhe und nur eine Socke. Diese Kleidungsstücke verlor der Mann beim Sturz. Die zweite Socke lag oberhalb des Fundortes. Ein Turnschuh wurde im Gelände oberhalb der Felswand gefunden. Die Polizei will die Suche nach dem zweiten Turnschuh erst wieder aufnehmen, sobald es die Witterung zulässt. Derzeit wäre das für die Ermittler zu gefährlich.
Wegen der hohen Temperaturen herrscht an der fraglichen Stelle akute Steinschlag- und Eisschlaggefahr. Die Polizei warnt denn auch explizit davor, sich ins Gebiet der Absturz- und Fundstelle zu begeben. Ebenfalls in der Nähe der Leiche wurde ein Handy gefunden. Die Ermittler haben es inzwischen als das Gerät des jungen Engländers identifiziert.
Eine Woche lang vermisst
Eine Ortung sei nur in der ersten Phase geglückt, teilte die Polizei mit. Allerdings ergab sich damals nur der Standort Wengen. Eine Peilung, die einen genaueren Standort ergeben hätte, war wegen des inzwischen leeren Akkus nicht mehr möglich.
Nach dem jungen Engländer, der die Ferien mit seiner Familie in Wengen BE verbrachte, suchten zunächst die Polizei und danach auch privat organisierte Teams während einer Woche. Zuletzt war der Mann gesehen worden, als er in der Nacht auf den 22. Dezember kurz nach 2 Uhr eine Bar in Wengen verliess.
Die Polizei suchte daraufhin vergeblich mit Helikoptern, einer Wärmebildkamera und einem Personensuchhund nach dem Vermissten. Sie stellte die gross angelegten Suchaktionen vorerst ein, wobei die polizeilichen Ermittlungen weitergingen. Am Montagnachmittag entdeckte schliesslich ein privates Suchteam zwischen Wengen und Lauterbrunnen die Leiche. Sie lag unterhalb des Aussichtspunkts «Mönchsblick». Am Tag darauf gab die Polizei die ersten Ergebnisse der Untersuchungen bekannt. (oku/sda)
Erstellt: 30.12.2009, 18:03 Uhr



