Keine nackten Tatsachen mehr in San Francisco

Der Stadtrat von San Francisco hat eine Verordnung angenommen, die Nacktheit in der Öffentlichkeit verbietet. Wer sich trotzdem entblösst, muss bis zu 500 Dollar bezahlen.

Nackter Protest: Gegner des neuen Verbots sitzen vor dem Stadtrat in San Francisco. (20. November 2012)

Nackter Protest: Gegner des neuen Verbots sitzen vor dem Stadtrat in San Francisco. (20. November 2012) Bild: Reuters

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San Francisco sagt den Nackedeis den Kampf an: Künftig dürfen sich Bewohner und Gäste der US-Metropole nicht mehr im Adamskostüm auf den Strassen zeigen. Der Stadtrat votierte am Dienstag mit sechs Ja- bei fünf Gegenstimmen für die Verordnung, nach der das Zurschaustellen der Genitalien auf den meisten öffentlichen Plätzen verboten ist. Dazu zählen Strassen, Fusswege und der öffentliche Verkehr.

Stadtrat Scott Wiener hatte sich für den Vorstoss stark gemacht, nachdem es immer wieder Beschwerden über eine Gruppe von Männern gab, die nahezu täglich nackt in der Öffentlichkeit zu sehen waren. Demnach trugen sich die Vorfälle vor allem in Viertel Castro zu, in dem viele Homosexuelle leben.

«Will das Feigenblatt nicht tragen»

Die Initiative stiess aber auch auf erbitterten Widerstand, gilt San Francisco doch als eine der liberalsten Städte der Vereinigten Staaten. «Ich kann und werde nicht in diesen sauren Apfel beissen. Ich weigere mich, das Feigenblatt zu tragen», erklärte Stadtrat John Avalos.

Nach Wieners Vorschlag soll bei einem ersten Verstoss gegen das neue Gesetz eine Geldstrafe von mindestens 100 Dollar fällig werden. Bei wiederholten Verstossen müssen hartnäckige Nudisten dann mit einem Bussgeld von bis zu 500 Dollar und einer Freiheitsstrafe von einem Jahr rechnen. Allerdings muss über die neue Verordnung noch abschliessend abgestimmt werden. Und die Unterschrift von Bürgermeister Edwin Lee steht auch noch aus. Das Gesetz soll Anfang kommenden Jahres in Kraft treten. (bh/fko/sda)

(Erstellt: 19.11.2012, 10:01 Uhr)

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