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Polizei ermittelt gegen Gleitschirm-Piloten

Aktualisiert am 13.08.2011

Beim Schloss Neuschwanstein im Allgäu verfing sich am Freitag ein Gleitschirm in den Kabeln einer Seilbahn. 45 Menschen sassen danach in rund 100 Metern Höhe fest.

1/6 Aufwendige Rettungsaktion: Ein Helikopter mit landet mit geretteten Passagieren bei Schwangau. (13. August 2011)
Bild: Keystone

   

In der Gondel gefangen: Gleitschirmunfall im Allgäu. (13. August 2011) (Video: Reuters )

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Mehr als 17 Stunden sassen sie in rund 100 Metern Höhe fest, bis sie schliesslich befreit werden konnten: Mit Helikoptern haben Rettungskräfte im bayerischen Allgäu am Samstagmorgen 20 Menschen aus einer lahmgelegten Gondel befreit. Den 19 Touristen und dem Seilbahnführer gehe es gut, sie bedürften keiner medizinischer Betreuung, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die Tegelbergbahn bei Schwangau nahe dem Schloss Neuschwanstein war am Freitag gegen 13 Uhr plötzlich stehengeblieben – in Gleitschirm hatte sich in den Seilen der Bergbahn verfangen und diese damit lahmgelegt. Der Pilot des Gleitschirms und der Mitflieger wurden beide leicht verletzt, sie mussten aber nicht ins Krankenhaus gebracht werden, wie der Polizeisprecher sagte. Per Hubschrauber konnten dann bis zum Abend 30 Insassen einer zweiten Gondel gerettet werden. 132 Menschen mussten von der Bergspitze ins Tal gebracht werden.

Bergung wegen Wind abgebrochen

Der Versuch, die 20 Insassen der zweiten Gondel zu bergen, musste indes am Abend wegen starker Winde abgebroche werden. Zwischenzeitlich seilten sich vier Mitglieder der Bergwacht in die Gondel ab, um den Eingeschlossenen Verpflegung sowie Spielsachen für die Kinder zu bringen. Einer der Mitarbeiter der Bergwacht blieb die Nacht über an Bord der rund zwölf Quadratmeter grossen Gondel. Auf einer Plattform einer Stütze der Bergbahn übernachtete zudem ein Notarzt, um möglichst nahe bei den Eingeschlossenen zu sein.

Die Eingeschlossenen seien «trotz der widrigen Umstände gut versorgt» gewesen, sagte der Polizeisprecher. Zudem sei es in der Nacht «gar nicht mal so kalt» gewesen, weil der Himmel bedeckt gewesen sei. Unter den 19 Touristen waren demnach sechs Kinder und Jugendliche, darunter ein vier Jahre altes Kind. Der älteste Passagier war 75 Jahre alt.

Gondel stillgelegt

Die Rettungsaktion begann dann gegen 6 Uhr am Samstagmorgen, wie der Polizeisprecher sagte. Kurze Zeit später wurden die ersten Insassen der Gondel von Mitgliedern der Bergwacht an Bord eines Polizeihelikopters mit einer Seilwinde durch das Dach der Seilbahn geborgen. Insgesamt waren drei Helikopter im Einsatz, zwei zum Bergen der Insassen der Gondel, einer zur Beobachtung. Gegen 8 Uhr konnten die letzten Insassen aus der Gondel gerettet werden. Ein Helikopter der Bundespolizei brachte zudem Techniker und Betriebspersonal von der Bergstation ins Tal.

Die Polizei rechnete damit, dass die Gondel noch mehrere Tage stillstehen würde, bis auch der Gleitschirm aus den Seilen geborgen und die Sicherheit der Anlage überprüft worden sei. Die Polizei ermittelt nun gegen den 54 Jahre alten Piloten des Gleitschirms. Ein Sprecher der Polizei sagte, dass der Mann wegen eines Eingriffs in den Bahnverkehr als Beschuldigter geführt werde. Bei den Ermittlungen werde nun untersucht, ob der Mann vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt habe. (kpn/sda)

Erstellt: 13.08.2011, 08:17 Uhr

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