Panorama
Pervers: In den Ferien einen Eisbären schiessen
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 20.03.2009
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Zwischen 10 und 14 Tagen dauert die Tour des kanadischen Reisebüros Adventure Northwest im Norden Kanadas. Diese Eisbärenjagd sei «die härteste Jagd im heutigen Nordamerika», schwärmt das Unternehmen auf seiner Webseite. «Sie werden geistig und körperlich an Ihre Grenzen kommen.» Trotzdem würden es die Mehrheit der Teilnehmer schaffen, eine Trophäe – also einen toten Eisbären – mit nach Hause zu nehmen. Durchschnittlich sähen alle Jagdteilnehmer Eisbären, und nicht mehr als einer jährlich müsse ohne Beute heimreisen.
Das Reisebüro bietet auch die Jagd von Wölfen, Moschusochsen oder Walrössern an. So kostet eine Wolfsjagd umgerechnet 6100 Franken, eine Moschusochsenjagd für 6200 Franken und eine Walrossjagd 8600 Franken. Kombinierte Jagden sind wesentlich teurer. Den Preis für eine Eisbärenjagd gibt Adventure Northwest nur auf Anfrage heraus, doch der britische «Independent» nennt Kosten von 39'000 Franken.
Die Zeitung sprach auch mit Boyd Warner, dem Eigentümer des Reisebüros. Er geniesse es nicht, Tiere zu töten, aber er geniesse das Jagen, sagte Warner. «Manche Menschen verstehen das nicht, aber für mich ist das kein Widerspruch.» Für Warner ist die Eisbärenjagd vor allem ein überwältigendes Naturerlebnis.
Die Inuit dürfen ihre Jagd-Kontingente weitergeben
Viele von Warners Kunden sind reiche Mexikaner und US-Amerikaner, aber auch Norweger und Polen nutzen sein Angebot. «Das sind einfach ehrliche Menschen mit viel Geld. Sie haben grossen Respekt vor den Tieren», wird der Unternehmer zitiert.
Der Eisbär steht auf der Liste der gefährdeten Arten der International Union for Conservation of Nature and Natural Resource IUCN. In den 1970er-Jahren war er durch die Jagd stark dezimiert. In Norwegen ist die Eisbärenjagd verboten, alle anderen Heimatgebiete, also Grönland, die USA und Russland, vergeben Jagd-Quoten an die indigene Bevölkerung. Auch Kanada kennt dieses System – doch es ist den Inuit erlaubt, die Kontingente weiter zu verkaufen. Weltweit gibt es noch zwischen 22'000 und 25'000 Eisbären, 60 Prozent davon leben in Kanada. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.03.2009, 15:27 Uhr
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