Raue See erschwert die Abpump-Aktion

Aktualisiert am 28.01.2012

Die Bergungsfirma Smit musste ihr Brückenschiff wieder vom Wrack abtrennen. In den USA beginnt der Rechtsstreit: Passagiere haben eine Klage über mehrere hundert Millionen Dollar eingereicht.

Musste wieder abgezogen werden: Das Brückenschiff, von dem aus die Techniker das Abpumpen vorbereiteten. (27. Januar 2012)

Musste wieder abgezogen werden: Das Brückenschiff, von dem aus die Techniker das Abpumpen vorbereiteten. (27. Januar 2012)
Bild: Reuters

Die Rettungsarbeiten in der leckgeschlagenen Costa Concordia gehen weiter. (Video: Reuters )

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Chronologie: Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia verunglückt

Chronologie: Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia verunglückt
Vor Italien ist das Passagierschiff Costa Concordia gekentert. Insgesamt kamen 30 Menschen ums Leben, zwei werden noch immer vermisst.

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Schlechtes Wetter und raue See haben die letzten Vorbereitungen für das Öl-Abpumpen aus der gekenterten Costa Concordia behindert. Das von der Bergungsfirma Smit eingesetzte Brückenschiff Pontone Meloria wurde am Morgen von dem Kreuzfahrtschiff getrennt.

Dies sei aus Sicherheitsgründen geschehen, zitierte am Samstag die italienische Nachrichtenagentur ANSA den Krisenstab auf der Insel Giglio. Experten der niederländischen Bergungsfirma Smit und des italienischen Unternehmens Neri hatten am Freitag Ventile an sechs der 23 Tanks angebracht, um das Abpumpen des Treibstoffs zu ermöglichen.

Mit dem Abpumpen selbst hätte heute begonnen werden sollen, vor morgen dürfte dies nun nicht mehr möglich sein. An Bord des Wracks befinden sich noch rund 2400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Insel zu verschmutzen drohen. Die Vorbereitungen sollten erst dann wieder aufgenommen werden, wenn sich das Wetter beruhigt habe. Smit wollte eigentlich am Samstag mit dem Abpumpen der etwa 2300 Tonnen Treibstoff - überwiegend Schweröl - beginnen.

Weiteres Opfer geborgen

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa weiter berichtete, fanden Taucher heute ein weiteres Opfer in dem gekenterten Kreuzfahrtschiff. Sie stiessen im überfluteten Bereich des sechsten Decks auf die Leiche einer Frau, teilte der Krisenstab auf der Insel Giglio mit. Damit sind nach der Havarie vor zwei Wochen bislang 17 Tote geborgen worden.

Sechs Passagiere des havarierten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia haben in den USA Klage gegen die Eignerfirma Carnival eingereicht. Die Kläger aus Florida, New York und Italien fordern insgesamt 460 Millionen Dollar Schadenersatz. Das sagte ihr Anwalt Marc Bern der Nachrichtenagentur AFP. Die Klageschrift wurde in Miami im US-Bundesstaat Florida eingereicht, weil Carnival dort ihren Sitz hat.

Es handelte sich den Angaben zufolge nicht um eine Sammelklage. Eine solche hatte ein anderer Anwalt der sechs Kläger, Mitchell Proner, vergangene Woche angekündigt. Eine erste Sammelklage im Namen aller Besatzungsmitglieder und Passagiere war ebenfalls am Freitag in den USA eingereicht worden. Sie richtet sich ebenfalls gegen Carnival und ihre italienische Tochterfirma Costa Crociere. Die Costa Concordia war am Abend des 13. Januar mit 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Toskana-Insel Giglio auf Grund gelaufen, Leck geschlagen und gekentert. (ami/sda/AFP/dapd)

Erstellt: 28.01.2012, 14:20 Uhr

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