Panorama

Rekord-Wochenende in den Bergen

Aktualisiert am 15.01.2012

Das wunderschöne Wetter lockte die Skifahrer auf die Pisten. Auch die Lauberhorn-Zuschauer konnten frohlocken. Der wolkenlose Himmel sorgte aber auch für klirrende Kälte.

Sonne und viel Schnee in den Bergen: Zwei Schneewanderer auf der Alp Sut oberhalb von Bonaduz GR. (10. Januar 2012)

Sonne und viel Schnee in den Bergen: Zwei Schneewanderer auf der Alp Sut oberhalb von Bonaduz GR. (10. Januar 2012)
Bild: Keystone

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Prächtiges Winterwetter mit blauem Himmel und Sonnenschein hat am Wochenende Zehntausende in die Berge gelockt. Allein bei der Ski-Weltcup-Abfahrt und beim Slalom in Wengen im Berner Oberland waren laut Organisatoren 66'000 Personen zugegen.

Das sei ein Zuschauerrekord, hiess es am Sonntag beim Medienzentrum der Lauberhorn-Rennen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Bei fast wolkenlosem Himmel und strahlendem Sonnenschein verfolgten rund 38'000 Menschen die Abfahrt mit dem Schweizer Sieger Beat Feuz am Samstag vor Ort.

Grosse Teile der Abfahrtsstrecke am Lauberhorn sind vom Skigebiet aus erreichbar und entlang der Piste sind mehrere Grossbildschirme aufgestellt. 20'000 Personen kamen schon am Freitag, 8000 waren es am Sonntag. Im vergangenen Jahr besuchten total rund 62'000 Personen die Lauberhorn-Rennen. Von grösseren Zwischenfällen wussten die Organisatoren nicht zu berichten.

Bis zu zwei Stunden Wartezeit

Einen Grosseinsatz leisteten auch die Jungfraubahnen, welche die Menschenmenge in das autofreie Wengen und ins Skigebiet brachte. Für den grössten Anlass in der Jungfrau-Region seien alle verfügbaren Züge - 29 an der Zahl - im Einsatz gestanden, sagte Simon Bickel, Sprecher der Jungfraubahnen, der sda.

Dank eines neuen doppelspurigen Abschnitts sei der Takt ab Lauterbrunnen auf 20 Minuten verkürzt worden. Dennoch mussten sich die Besucher gedulden: Die Wartezeit betrug am Samstag in Lauterbrunnen fast zwei Stunden und in Grindelwald ungefähr eineinhalb Stunden.

Obwohl mehr Zuschauer gekommen seien, seien die Wartezeiten vergleichbar mit den vergangenen Jahren, sagte Bickel. Der Betrieb sei reibungslos verlaufen. Schon im Vorfeld transportierten die Jungfraubahnen ausserdem rund 1000 Tonnen Material in die Berner Oberländer Skistation.

Für das Lauberhorn-Rennen liess der Zürcher Lichtkünstler Gerry Hofstetter nochmals die Beleuchtung der Jungfrau-Nordwand erstrahlen. Die Aktion, bei der Hofstetter ein Schweizer Kreuz und andere Sujets an den Berg projiziert, ist Teil der Feierlichkeiten für das 100-Jahr-Jubiläum der Jungfraubahnen.

Kälteste Nacht des bisherigen Winters

Der wolkenlose Himmel sorgte am Wochenende aber auch für klirrende Kälte. In weiten Teilen der Schweiz sind in der Nacht auf Sonntag die bisher tiefsten Temperaturen dieses Winters gemessen worden. Am kältesten war es im «Kälteloch» Glattalp SZ, wo Meteomedia minus 31 Grad mass.

Sibirische Temperaturen meldeten die Wetterdienste aus den Alpentälern. Im Engadin (Zuoz) wurden minus 25 Grad gemessen, im Goms (Ulrichen) minus 23 Grad. Aber auch an der Lenk BE fiel das Quecksilber in der Nacht auf minus 16 Grad, wie Meteomedia schreibt.

Viel Schnee in den Bergen, aber fast keiner im Flachland - so zieht SF Meteo seine Bilanz zur Halbzeit des Winters. Dass im Mittelland bisher kaum Schnee liegen blieb, liegt laut dem Wetterdienst vor allem an den sehr milden Temperaturen. Sie lägen rund 3 bis 3,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Dafür erfreuen sich die Skistationen dank ausgiebiger Niederschläge einer aussergewöhnlich grossen Schneemenge. In den nördlichen Alpen liege derzeit doppelt bis dreimal so viel Schnee wie sonst Mitte Januar. Die Lawinengefahr ist mässig bis gering.

Rega im Dauereinsatz

Das klare Winterwochenende hat die Rega gefordert. Die Rettungscrews flogen mehr als 120 Einsätze. Rund die Hälfte der Helikopterflüge waren für verunfallte Schneesportler.

Die meisten Verunfallten erlitten Schulter- und Rückenverletzungen, Knochenbrüche und Hirnerschütterungen, wie die Rega am Sonntag mitteilte. Weil die Rega mit vielen Notfällen gerechnet hatte, stand auf der Basis Wilderswil im Berner Oberland ein zusätzlicher Rettungshelikopter im Einsatz. (rub/sda)

Erstellt: 15.01.2012, 09:54 Uhr

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