Panorama
50'000 Kubikmeter Eis donnern in die Tiefe – und es kommt noch mehr
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Am Feegletscher im Walliser Saastal haben sich 50'000 Kubikmeter Eis gelöst. Der Gletscherabbruch ereignete sich am frühen Dienstagabend, wie der Leiter des Lawinenwarndienstes Saastal, Urs Andenmatten, zu einer Meldung des «Walliser Boten» vom Donnerstag sagte.
Die Abbruchstelle ist überhängend und rund 30 Meter hoch. Es besteht die Gefahr, dass in nächster Zeit noch mehr Eis abbricht. Rund 50 Meter oberhalb des Anrisses habe sich ein Spalt geöffnet. «Wir erwarten, dass sich noch rund 100'000 Kubikmeter Eis lösen werden», sagte Andenmatten weiter.
4200 Lastwagen-Ladungen
Bis am Donnerstagmittag verhielt sich das Eis jedoch ruhig. Für Freitagmorgen sei eine weitere Untersuchung geplant. Auch kämen Glaziologen zum Einsatz. Grundsätzlich sei ein Gletscherabbruch nichts besonderes. Das Ausmass der Eismenge, die sich dieses Mal gelöst habe, sei aber ausserordentlich, sagte Andenmatten. Ein Lastwagen entspreche einem Volumen von 12 Kubikmeter. Das bereits abgebrochene Eis ist demnach gleichzusetzen mit fast 4200 Lastwagen-Ladungen.
Solange die Lage ungewiss ist, bleiben die Spielbodenbahn und das Restaurant Gletschergrotte geschlossen. Auch die Wanderwege im Gebiet Spielboden sind gesperrt. Wie lange die Sperrung dauern wird, konnte Andenmatten nicht sagen.
Grund für den Gletscherabbruch ist der allgemeine Rückgang des Gletschers. Im unteren Teil sei der Feegletscher stark geschmolzen. Auf dem dort hervorkommenden Fels habe das Eis keine gute Haftung und breche ab. Denn der Gletscher werde von oben ständig gegen das Tal gestossen, erläuterte Andenmatten.
88 Tote am 30. August 1965
Einige Kilometer südöstlich der jetzigen Gletscherbruchstelle hatte sich vor über 40 Jahren die Mattmark-Katastrophe ereignet: Am 30. August 1965 war ein Stück der Gletscherzunge des Allalin- Gletschers im Saastal abgebrochen. Zwei Millionen Kubikmeter Eis und Geröll stürzten auf das darunter liegende das Barackenlager der Baustelle des Mattmark-Staudamms. 88 Arbeiter fanden den Tod, darunter 56 italienische Staatsangehörige. Nur gerade fünf Verschüttete überlebten das Unglück. (cpm/sda/)
Erstellt: 17.09.2009, 12:46 Uhr



