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Schlechtes Timing: Reisebüro wirbt mit Costa Concordia
Aktualisiert am 27.01.2012 4 Kommentare
Unter dem Unglück im Mittelmeer leidet nur die Reederei Costa – alle anderen scheinen zu profitieren. (Video: Keystone )
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Ein Supergau in Sachen Marketing ereilte diese Woche ein Reisebüro aus dem Zürcher Unterland. Das Unternehmen, das zur Diga-Gruppe gehört, ist laut Website unter anderem auf Kreuzfahrten «auf allen Gewässern Europas und Übersee» spezialisiert. Dafür wirbt das Reisebüro unter anderem mit zahlreichen Katalogen.
Einer davon liegt der aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitung der Schweizerischen Post bei. Und die 16-seitige Broschüre hat es in sich: Der Diga-Hit Nummer 4 ist ein Angebot für eine Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer auf dem vor genau zwei Wochen verunglückten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia. Beworben werden Kreuzfahrten mit Abfahrtsterminen im Januar, Februar und März 2012 – auf exakt jener Route, auf der das Schiff am 13. Januar auf Grund lief. Die Preise pro Person liegen je nach Kabinenstandard zwischen 598 und 998 Franken.
Drucktermin am Unglückstag
«Ein Unglück kommt selten allein», entschuldigt sich Diga-Eigentümer Marcel Diethelm. Ausgerechnet für den Tag des Unglücks Freitag, den 13., war der Abgabetermin für die Beilage in der Druckerei vereinbart. «Am Montag darauf war die Post-Zeitung mitsamt unserer Beilage bereits verschweisst und unterwegs in die Briefkästen», so Diethelm. Die Druckerei sei natürlich über das Wochenende nicht erreichbar gewesen. Ausserdem sei die Broschüre nur an einen kleinen Kundenkreis gegangen (die Mitarbeiterzeitung der Post hat eine Auflage von rund 75'000 Exemplaren.
Das Diga-Reisebüro habe nach der Katastrophe Costa-Concordia-Angebote umgehend von der Website genommen, sagt Diethelm weiter. Ausserdem sei man damit beschäftigt gewesen, die eigenen Kunden auf dem verunglückten Schiff und deren Angehörige in der Schweiz zu betreuen. «Das Wichtigste ist für uns, dass alle heil zurück sind.»
Auch für andere Kreuzfahrten auf weiteren Schiffen der Costa-Flotte wirbt Diga Reisen. Grundsätzlich liegt das auf Kreuzfahrten spezialisierte Reisecenter voll im Trend, wie ein Augenschein an der Schweizer Ferienmesse Fespo zeigt. Die Schweizer buchen nach wie vor im grossen Stil Ferien auf Luxuslinern (siehe Video). ()
Erstellt: 27.01.2012, 11:15 Uhr
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4 Kommentare
Der Titel "schlechtes Timing" ist im Zusammenhang mit dem Unglück der Costa Concordia "schlechte Journaiistenarbeit" Solch unglückliches Zusammentreffen der verschiedenen Komponenten, lassen sich nicht als "schlechtes Timing" abtun! Antworten
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