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Schlittelbahntest: Grindelwald besonders gefährlich

Aktualisiert am 24.11.2011 14 Kommentare

Mehrere Schweizer Schlittelbahnen weisen laut dem ADAC-Test 2011 erhebliche Sicherheitsmängel auf. Als besonders mangelhaft wurde der Eiger Run in Grindelwald eingestuft. Der Betreiber widerspricht.

Rang Land Gebiet Bahn ADAC-Urteil

Zwei Schweizer Bahnen ganz hinten: Die Rangliste des ADAC-Schlitteltests. (Quelle: ADAC)


Sicher schlitteln: Die drei wichtigsten Tipps. (Video: Keystone )

Nicht ungefährlich: Schlitteln in der Schweiz. (Bild: Keystone )

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Die Eiger-Run-Schlittelbahn in Grindelwald belegt punkto Sicherheit den letzten Platz unter 30 getesteten Schlittelbahnen. Strassen und Bahngleise kreuzen die Piste, Prallflächen und Absturzstellen waren nicht gesichert. Zudem gab es keine Hinweise auf Gefahrenstellen. Der Eiger Run erhielt die Note «sehr mangelhaft». In die gleiche Kategorie fiel die Bahn Furt- Wangs SG.

Bei den Jungfraubahnen, der Betreiberin des Eiger Run, hiess es auf Anfrage, dass der Schlittelweg ausreichend beschildert und die Gefahrenstellen gesichert seien. Die Betreiberin halte sich an die Richtlinien der Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten. Diese Richtlinien werden vom Verband Seilbahnen Schweiz überprüft. Im vergangenen Winter habe ein Experte des Verbandes den Eiger Run überprüft und keinerlei Mängel festgestellt, sagte Simon Bickel, Mediensprecher der Jungfraubahnen auf Anfrage.

Mit den im ADAC-Test vorgebrachten Kritik könne die Betreiberin in dieser allgemeinen Form wenig anfangen. Dazu bräuchte es präzisere Angaben, führte Bickel aus. Soweit er sich entsinne, habe es auf dem Eiger Run bisher keine schwereren Unfälle gegeben.

Der Eiger Run im Skigebiet Kleine Scheidegg führt über eine Strecke von dreieinhalb Kilometern und hat ein maximales Gefälle von 36 Prozent auf 100 Metern. Der Schlittelweg führt entlang des Fusses des Eigers, direkt unter der Eigernordwand durch. Es gibt eine steilere und eine leichtere Route.

Eine Bündner Bahn mit guten Noten

Als mangelhaft hat der ADAC-Test den Schlittada-Run in Savognin GR und Schatzalp in Davos GR bewertet. Preda-Bergün GR erhielt die Note ausreichend, und nur Mottas Muragl in St. Moritz GR bekam die Note gut. Der deutsche Automobilclub ADAC hat im vergangenen Winter 30 gewerblich betriebene Schittelbahnen in Wintersportgebieten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Italien getestet.

Als häufigste Mängel erkannte er ungesicherte Absturzstellen, gefährliche Streckenführung, Gegenstände auf oder am Rand der Bahn sowie schlecht präparierte Pisten. Von den 30 Bahnen waren elf mangelhaft bis sehr mangelhaft, 12 galten als ausreichend sicher, und sieben erhielten gute bis sehr gute Bewertungen. Testsieger ist die Bahn am Rosskopf im italienischen Sterzing.

Sicherung vor Gefahren

Die vom Jungfraubahnen-Sprecher Bickel zitierten Richtlinien der Kommission für Unfallverhütung sehen unter anderem vor, dass Schlittelwege markiert, signalisiert und vor alpinen Gefahren gesichert werden müssen. Die Bahnen müssen hergerichtet, unterhalten und kontrolliert werden.

Die Schlittelwege sind gemäss diesen Richtlinien vor atypischen Gefahren zu sichern, also Gefahren, die die Schlittler trotz gebotener Sorgfalt nicht erkennen können. Mit Wellen und Buckeln müssten allerdings die Schlittler rechnen, heisst es in den Richtlinien weiter.

Die Verkehrssicherungspflicht der Betreiber gelange dort an ihre Grenzen, wo die Eigenverantwortung der Schlittler beginne, also zum Beispiel beim Beherrschen der Geschwindigkeit und der Fahrweise, dem Beachten von Signalen oder dem Einhalten von Abständen, heisst es in einem Positionspapier der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu).

Den Schlittlern empfiehlt die Beratungsstelle bfu eine geeignete Ausrüstung mit Wintersporthelm und die Benützung markierter, hindernisfreier Wege. Schlittler sollten immer sitzend und mit angepasster Geschwindigkeit fahren.

(jak/sda)

Erstellt: 24.11.2011, 10:03 Uhr

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14 Kommentare

Philipp Betschart

24.11.2011, 11:26 Uhr
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Das Leben ist gefährlich und wer seine Grenzen nicht kennt, der soll auch die Konsequenzen dafür tragen. «Die Dumme butzts, da isch d Natur gnadelos» hat ein guter Lehrer immer wieder betont. Man soll endlich damit aufhören alles zu 100% absichern zu wollen. Selbstverantwortung ist mittlerweile leider schon beinahe ein Fremdwort... Antworten


Kurt Dürrer

24.11.2011, 11:10 Uhr
Melden 22 Empfehlung

SICHERHEIT, SICHERHEIT, SICHERHEIT! liebe sicherheitsfanatiker: das leben an und für sich ist eben eine gefährliche sache. da muss man halt doch ab und zu den kopf einschalten und bei der sache sein. oder es andernfalls halt gleich ganz lassen und sich nicht mehr aus dem haus wagen. simpel einfach. Antworten



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