Panorama
Schwarzer bloggt im Kachelmann-Prozess
So berichtet Tagesanzeiger.ch/Newsnetz über den Prozess gegen Jörg Kachelmann
Am nächsten Montag beginnt in Mannheim der Prozess gegen Jörg Kachelmann. Der Schweizer TV-Moderator ist wegen Vergewaltigung seiner Ex-Freundin angeklagt. Das Landgericht Mannheim hat ein Dutzend Verhandlungstage angesetzt, an denen unter anderem mehrere Frauen als Zeuginnen auftreten werden. Die Hauptbelastungszeugin, Kachelmanns langjährige Freundin aus Schwetzingen, wird erst Mitte Oktober vor Gericht aussagen.
Der Prozess beginnt mit der Befragung von Kachelmann. Zunächst geht es nur um Angaben zu seiner Person. Dann wird die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift verlesen. Ob Kachelmann zu den Vorwürfen Aussagen macht oder nicht, steht dem Angeklagten frei. Er kann auch eine Erklärung durch seinen Anwalt verlesen lassen.
Der 52-jährige Kachelmann war am 20. März auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Nach mehr als vier Monaten wurde er Ende Juli aus der Untersuchungshaft entlassen. Kachelmann beteuert seine Unschuld. Im Fall einer Verurteilung droht dem Wetterexperten eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren. Das Medieninteresse am Fall Kachelmann ist riesig. Es werden allerdings nur 50 Journalisten zur Gerichtsverhandlung zugelassen. In Deutschland ist es der Prozess des Jahres.
Tagesanzeiger.ch/Newsnetz ist mit einem Reporter im Landgericht Mannheim vertreten und berichtet laufend über den Prozess. Die Berichterstattung in den nächsten Wochen umfasst Prozessberichte, Hintergrundartikel, Videobeiträge und Bilder. Zudem gibt es auf Tagesanzeiger.ch/Newsnetz ein Dossier zum Kachelmann-Prozess. (vin)
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Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer wird nach eigenen Angaben für die «Bild»-Zeitung den am Montag beginnenden Prozess gegen den Wetter-Moderator Jörg Kachelmann kommentieren.
Sie werde vom ersten Prozesstag an im Mannheimer Landgericht dabei sein und nicht nur für die Zeitschrift «Emma» berichten, sondern den Prozess auch in «Bild» wöchentlich kommentieren, schrieb Schwarzer am Samstag auf ihrer Homepage. «Manchmal muss man etwas selber erleben und darf sich nicht nur mit Informationen aus zweiter Hand begnügen.»
Unzufrieden mit der Berichterstattung
Die Frauenrechtlerin kritisierte die bisherige Berichterstattung anderer Medien - wie «Spiegel» oder «Zeit» - über die Ermittlungen gegen Kachelmann. Diese seien bisher «in einem solchem Masse parteiisch pro Kachelmann» gewesen, «dass von diesen Seiten eine voreingenommene Berichterstattung zu befürchten ist».
Der TV-Moderator ist wegen «besonders schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung» angeklagt. Eine ehemalige Geliebte wirft dem 52-Jährigen vor, ihn brutal vergewaltigt und mit einem Messer bedroht zu haben.
Kachelmann hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe vier Monate in Untersuchungshaft verbracht, ist aber inzwischen auf freiem Fuss. Dem Schweizer, der die Vorwürfe bestreitet, drohen bei einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Haft.
(mrs/afp/)
Erstellt: 04.09.2010, 16:05 Uhr




