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Schweinegrippe: Zweithöchste Alarmstufe
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Angesichts der sich ausbreitenden Schweinegrippe hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihr Warnsystem auf die zweithöchste Alarmstufe fünf angehoben. Dies bedeutet, dass nach Einschätzung der WHO ein globaler Ausbruch der Seuche unmittelbar bevorsteht. WHO-Chefin Margaret Chan gab die Erhöhung nach Beratungen mit Grippeexperten am späten Mittwochabend in Genf bekannt. Sie rief alle Länder der Welt auf, umgehend ihre Pandemie-Notfallpläne zu aktivieren.
Im Falle einer Pandemie wäre «die gesamte Menschheit bedroht», sagte Chan vor Journalisten in Genf. Alarmstufe fünf verweist auf eine weit verbreitete Übertragung von Mensch zu Mensch in mindestens zwei Ländern. Stufe sechs würde eine weltweite Pandemie bedeuten. Der WHO-Grippeexperte Keiji Fukuda sagte, bisher gebe es keine Anzeichen dafür, dass sich die Ausbreitung der Schweinegrippe verlangsame.
In Texas gestorbenes Kleinkind kam aus Mexiko
US-Präsident Barack Obama erklärte, die Bekämpfung der Seuche habe für ihn höchste Priorität. Die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko bleibe jedoch offen. Alles andere wäre, als würde man die Stalltür schliessen, wenn die Pferde schon getürmt seien, sagte Obama am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt. Er betonte, dass die USA sehr wachsam sein müssten, Panik sei indessen nicht angebracht.
In den USA wurde am Mittwoch der erste Todesfall infolge der Schweinegrippe ausserhalb Mexikos bestätigt. Dabei handelte es sich um einen 23 Monate alten Jungen aus Mexiko, der Anfang April mit seinen Eltern zum Besuch von Verwandten nach Texas gereist war. Inzwischen ist die Seuche in mindestens elf US-Staaten aufgetreten, in denen insgesamt schon fast 100 Erkrankungen bestätigt wurden.
Rund 100 Infizierte und acht Tote in Mexiko
Die mexikanischen Behörden legten derweil neue Opferzahlen vor. Demnach sind in dem Land nunmehr acht Menschen an der potenziell tödlichen Seuche gestorben. Die Gesamtzahl der bislang Infizierten einschliesslich der Toten gab Gesundheitsminister Jose Cordova mit 99 an. Für die Zeit vom 1. bis zum 5. Mai wurde eine Schliessung aller Regierungsbüros und privater Unternehmen angeordnet, deren Dienstleistungen vorübergehend entbehrlich sind.
Unter den Todesopfern befand sich auch ein Einwanderer aus Bangladesh, wie der oberste Beamte für die Seuchenbekämpfung, Miguel Angel Lezana, mitteilte. Dieser Mann habe kürzlich Besuch von seinem Bruder erhalten, der bei der Einreise krank gewesen sei. Lezana schloss deshalb nicht aus, dass das Virus aus Bangladesh oder Pakistan eingeschleppt worden sein könnte. Der Bruder des Toten habe Mexiko inzwischen wieder verlassen.
Die WHO meldete bis Mittwochabend mindestens 114 Erkrankungen in mindestens sieben Ländern. In Deutschland wurden bislang drei Infektionen mit dem neuen Virustyp in Bayern und Hamburg bestätigt. Kanada berichtete am Mittwochabend über sechs neue Fälle, was die Gesamtzahl der dortigen Erkrankungen auf 19 erhöhte. Neuseeland reduzierte die Zahl der bestätigten Infektionen indessen von 14 auf 13. (vin/raa/sda/ap)
Erstellt: 30.04.2009, 08:28 Uhr
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