Seegefecht mit Wasserkanonen: Tierschützer stoppen Walfänger
Die Tierschützer haben laut eigenen Angaben den Spiess umgedreht und mit einer noch stärkeren Kanone zurückgeschossen, erklärte ein Sprecher der Tierschutzorganisation Sea Shepherd. «Ein paar Walfänger machten einen Hechtsprung zu den Türen der Brücke», teilte die Gruppe am Montag mit. Auf einem Video auf Youtube wirkt jedoch eher die Kanone der Tierschützer als etwas mächtiger.
Die japanische Regierung reagierte auf jeden Fall wütend. Ein Sprecher der Fischereibehörde verurteilte den Einsatz von Wasserkanonen als «völlig unverzeihlich». Das Aussenministerium legte einen offiziellen Protest bei den Regierungen der Niederlande und Togos ein, unter deren Fahnen die beiden beteiligten Sea-Shepherd-Schiffe «Steve Irwin» und «Bob Barker» fahren.
Dritte Konfrontation
Der Gründer der in den USA ansässigen Tierschutzorganisation, Paul Watson, erklärte, die Aktivisten hätten die Walfänger seit Samstag daran gehindert, auch nur einen der Meeressäuger zu fangen. «Wir haben vor, diese drei walfangfreien Tage in drei walfangfreie Wochen zu verwandeln.»
Es war bereits die dritte grössere Konfrontation zwischen den Tierschützern und den Walfängern seit Jahresbeginn. Am Samstag kam es zu einer Kollision eines Walfangschiffes mit einem Boot von Sea Shepherd. Beide Seiten wiesen sich gegenseitig die Schuld an dem Zwischenfall zu. Verletzt wurde dabei niemand, allerdings wurde die «Bob Barker» beschädigt. Bereits am 6. Januar hatte ein japanischer Walfänger ein Sea-Shepherd-Schiff gerammt. Die «Ady Gil» war nach der Kollision gesunken, bei der ihr der Bug weggerissen wurde.
Mit Hightech und Stinkbomben
Sea Shepherd versucht seit Jahren, mit High-Tech-Schnellbooten japanische Walfänger zu stoppen und so die Meeressäuger zu schützen. Scharmützel mit Stinkbomben, Lärmpistolen oder Seilen zur Blockade von Schiffschrauben sind dabei an der Tagesordnung. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, sich immer gefährlicher zu verhalten. Australien und Neuseeland, die für Rettungsaktionen in dem Gebiet verantwortlich sind, haben sowohl Japan als auch die Tierschützer zur Zurückhaltung aufgefordert.
Japan tötet - offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken - jährlich etwa 1200 Wale in der Antarktis. Tierschützer sowie mehrere Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) wollen dies verhindern. Sie werfen Tokio vor, unter dem Vorwand der Forschung kommerziellen Walfang zu betreiben. (sam/ddp)
Erstellt: 09.02.2010, 14:14 Uhr
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