«Seit ihrem Geständnis ist das Volk wütend auf Paula»
Interview: Stefan Eiselin. Aktualisiert am 17.12.2009
Ricardo Noblat.
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Herr Noblat, als der Vorfall um Paula O. bekannt wurde, rissen sich die brasilianischen Medien um Geschichten zur jungen Frau. Nun ist es in den Blättern still geworden. Weshalb?
Als die Schweizer Behörden bekannt gaben, dass Paula gestanden hat, die Geschichte erfunden zu haben, verlor die brasilianische Presse das Interesse sehr rasch. Ich selbst finde, dass das ein Fehler war. Die Leser möchten doch erfahren, weshalb sie sich verletzt und weshalb sie gelogen hat. Ihre Version der Geschehnisse ist bislang unvollständig geblieben.
Warum reagierte man in Brasilien so stark auf die Geschichte des vermeintlichen Neonazi-Angriffs?
Die Reaktion war angesichts der Schwere des vermeintlichen Angriffs und der Beweise, die man glaubte gesehen zu haben, schon angemessen. Na ja, vielleicht war sie etwas schärfer als sie es hätte sein wollen – dies weil die brasilianische Regierung auch so scharf reagiert hat. Das nährte die Empörung. Die Presse und die Regierung glaubten Paulas Version.
Wie beurteilen Sie den Fall heute?
Ich glaube, dass er bis heute - zehn Monate später – noch nicht restlos geklärt ist. Vieles bleibt unklar. Ich hoffe, dass das vor Gericht nun wirklich geschieht. Weil die Untersuchung gemäss den Schweizer Gepflogenheiten geheim war, weiss man bis jetzt nicht genau, was Paula O. wirklich zugegeben hat und was die Polizei für Details herausgefunden hat.
Wie urteilt das brasilianische Volk heute über Paula O.?
Es war seit ihrem Geständnis wütend auf sei – und ist es bis heute. Man fühlt sich von ihr betrogen.
Haben Sie noch Kontakt zu Paula O.'s Familie?
Ich habe mehrmals versucht, sie zu erreichen. Doch die Familie will nicht reden. Sie hat Angst den Prozess zu gefährden, wenn sie redet. Vater Paulo O. glaubt weiterhin an die Version seiner Tochter. Er sagt, wenn sie erst nach Brasilien zurückkehre, werde man neue Fakten vorlegen können, welche beweisen sollen, dass sie die Wahrheit gesagt habe. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.12.2009, 15:18 Uhr















Die Welt in Bildern










