Sorge um den Geburtsort Buddhas

Zerstörte Tempel und ein eingestürzter historischer Turm – auch für Nepals reiches Kulturerbe war der massive Erdstoss am Samstag ein schwerer Schlag.

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Im Zentrum der Hauptstadt Kathmandu sowie den angrenzenden Königsstädten Bhaktapur und Patan, die ebenso wie weitere Anlagen im Kathmandu-Tal auf der Liste des Weltkulturerbes stehen, wurden mehrere Tempel und Statuen aus dem 12. bis 18. Jahrhundert beschädigt oder ganz zerstört. Die UN-Kulturorganisation Unesco sammelt noch Informationen, befürchtete aber das Schlimmste.

Die «New York Times» hat auf ihrem Twitter-Account ein Vorher-Nacher-Bild des zerstörten Dharahara-Turms veröffentlicht.

«Zwei Tempel in Patan sind komplett eingestürzt, und am Durbar-Platz (in Kathmandu) ist es noch schlimmer», sagte der Unesco-Vertreter für Nepal, Christian Manhart, der Nachrichtenagentur AFP. Sie hätten alle UN-Organisationen um Hilfe gebeten. Die Unesco bemühe sich auch herauszufinden, wie die Lage an der Weltkulturerbestätte Lumbini rund 280 Kilometer westlich von Kathmandu ist, das als Geburtsort Buddhas gilt.

Über 100 Menschen in zerstörtem Turm

Neben anderen historischen Gebäude stürzte auch der Dharahara-Turm in der Altstadt von Kathmandu ein, als das Beben der Stärke 7,8 am Samstagmittag die Millionenstadt im Himalaya erschütterte. Von dem neunstöckigen Turm mit einer Wendeltreppe von 200 Stufen stand anschliessend nur noch der Sockel. Der Überlebende Dharmu Subedi, der beim Einsturz verschüttet und verletzt wurde, sagte, womöglich hätten sich zum Zeitpunkt des Bebens mehr als hundert Menschen in dem bei Touristen beliebten Turm aufgehalten.

Im Kathmandu-Tal befinden sich insgesamt sieben Kulturstätten, die gemeinsam von der Unesco als Weltkulturerbe geführt werden. Neben den Durbar-Plätzen der Königsstädte Kathmandu, Bhaktapur und Patan mit ihren Hindu-Tempeln und Palästen gehören dazu auch die buddhistischen Stupas und Klöster von Swayambhunath und Baudha sowie die hinduistischen Tempelanlagen von Pashupatinath und Changu Narayan ausserhalb von Kathmandu.

Auf dem Durbar-Platz der Hauptstadt, an dem mehrere der für Nepal charakteristischen zwei- oder dreistufigen Pagodentempel liegen, lagen am Sonntag Haufen von Ziegeln, Holzbalken und andere Trümmer verteilt. Der Experte P.D. Balaji von der indischen Universität Madras äusserte angesichts der Zerstörungen Zweifel, dass die Gebäude jemals wieder vollständig aufgebaut werden könnten. «Es ist ein irreparabler Verlust für Nepal und den Rest der Welt.» (rar/AFP)

(Erstellt: 26.04.2015, 16:20 Uhr)

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