Panorama
Student wegen Gotteslästerung zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt
Lediglich ein Präsidentenveto kann den Studenten retten: Sayed Pervez Kambaksh.
Trotz internationaler Proteste hat der Oberste Gerichtshof in Afghanistan die langjährige Haftstrafe für einen Journalistik-Studenten bestätigt, wie der «Independent» mitteilt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai aufgefordert, den 24-jährigen Sayed Perwis Kambachsch zu begnadigen. Ihm stehen 20 Jahre Gefängnis wegen Gotteslästerung bevor.
Rechte der Frauen mit Witz behandelt
Wie kam es so weit? Dem Journalistik-Studenten Sayed Perwis Kambachsch, der in Mazar-i-Sharif studierte, wurde vorgeworfen, im Unterricht Fragen zu Frauenrechten im Islam gestellt zu haben. Als Diskussionsgrundlage hatte der 24-Jährige einen islamkritischen Artikel aus dem Netz heruntergeladen. Deswegen wurde er im Oktober 2007 verhaftet und drei Monate später zum Tode verurteilt, das später allerdings in eine 20-jährige Haftstrafe umgewandelt worden war.
Das Todesurteil ist legal, denn nach afghanischem Recht, das auf der Scharia basiert, muss «Verunglimpfung des Islam» oder «Beleidigung des Propheten» mit dem Tod bestraft werden. Die gröbste Verfehlung Kambaksh dürfte jedoch darin bestanden haben, dass in dem Text einige Widersprüche im Koran zum Thema Frauen mit Witz behandelt worden waren. (mbr)
Erstellt: 13.03.2009, 16:23 Uhr
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