«Täglich werden Flugzeuge vom Blitz getroffen»
Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 17.08.2010 9 Kommentare
Ein Linienflugzeug wird vom Blitz getroffen
CNN zeigt Bilder der auseinandergerissenen Maschine
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Es geschah alles so schnell, dass der Pilot nicht mehr dazu kam, einen Notruf zu funken. Die Boeing 737 der Fluggesellschaft Aires sollte am Montag um 1.49 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen der Karibikinsel San Andres landen. Doch die Maschine mit 131 Menschen an Bord setzte 80 Meter vor der Landebahn auf, schlitterte über die Piste und brach in drei Teile auseinander. Wie durch ein Wunder überlebten 130 Menschen den Crash. Ein 68-jähriger Passagier starb an den Folgen eines Herzinfarkts.
«Der Pilot informierte uns, dass wir in San Andres landen werden», sagt Alvaro Granados zu den Medien. Der 25-Jährige befand sich mit seiner Frau und seinen zwei Kindern an Bord. «Wir schnallten uns an, machten uns für die Landung bereit – und plötzlich gab es einen Riesenknall. Als meine Frau und ich danach aufstanden, war der hintere Teil des Flugzeugs weg.» Die Luftfahrtbehörden Kolumbiens suchen nun nach den Ursachen des Absturzes. Der Pilot und die lokalen Behörden behaupten, das Flugzeug sei bei der Landung vom Blitz getroffen worden.
Blitzeinschläge sind in der Luftfahrt alltäglich
«Täglich werden Flugzeuge vom Blitz getroffen», sagt Dominique Fouda von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (siehe Video eines Blitzeinschlages). «Blitze werden in der Luftfahrt nicht als Sicherheitsrisiko angesehen.» Tatsächlich ist beim Flugzeugbau ein Schutz vor Blitzschlag und elektrostatischer Aufladung zwingend vorgeschrieben, sagt Samuel Wenger, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbandes Flugtechnischer Betriebe. Flugzeuge sind sogenannte Faradaysche Käfige, elektrisch leitende Boxen, in die Blitze nicht eindringen können. Die Aussenhaut der Flugzeuge ist aus Aluminium oder Stahl sowie Kohlefaserverbundwerkstoffen. Die metallischen Teile leiten den Blitz ab und die «Kunststoffteile haben eine leitende Beschichtung», so Wenger. Hundertprozentig ist der Schutz allerdings nicht. «Problematisch sind etwa Antennen.»
Bisher gebe es keinen Flugzeugabsturz, der direkt auf einen Blitzschlag zurückzuführen sei, sagt Dominique Fouda. Es gebe aber etliche Unfälle, bei denen der Blitz dazu beigetragen habe. «Indirekt kann ein Blitzschlag gefährlich sein, weil die Piloten geblendet werden oder Instrumente ausfallen.» Darum werde Piloten empfohlen, Gewitter zu umfliegen. In der Nacht des Crashs in San Andres hat es laut CNN etliche Blitzeinschläge in der Umgebung des Flughafens gegeben. Eines steht für die Behörden jetzt schon fest. Dass bis auf einen alle Passagiere den Absturz überlebt haben, grenze an ein Wunder, sagte der Polizeioffizier Orlando Paez gegenüber Medien. «Die Piloten konnten verhindern, dass das Flugzeug von der Landbahn abkam und die Triebwerke wurden beim Aufprall ausgeschaltet.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.08.2010, 14:15 Uhr
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9 Kommentare
Zuerst einmal: Riesenglück für die Passagiere. Und sehr wahrscheinlich ist es so abgelaufen: Gewitter, schlechtes Wetter, Treibstoff knapp, Target fascination auf Landung. Zu kurz gelandet. Da kommt so ein Blitzschlag gerade gelegen um den verpatzten Anflug anstatt eines Go-arounds zu ekrlären. Man erinnere sich an den "Held von Werneuchen" bei der ehemaligen Crossair. (Im Tagi-Archiv) Antworten















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