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Täter von Ludwigshafen war ein Waffennarr

Aktualisiert am 19.02.2010

Der 23-Jährige, der in einer Ludwigshafener Berufsschule einen Lehrer erstochen haben soll, war offenbar ein Waffennarr. Der Tatverdächtige soll zudem der Polizei als selbstmordgefährdet bekannt gewesen sein.

Wie Spiegel Online berichtete, wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung ein Dutzend Schreckschusswaffen in einem Tresor gefunden. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, wollte die Informationen am Freitag weder bestätigen noch dementieren. Er kündigte eine Pressemitteilung an, in der auch auf das Ergebnis der Wohnungsdurchsuchung eingegangen werde. Von einer Suizidgefahr bei dem 23-Jährigen sei ihm bislang nichts bekannt. Der Tatverdächtige werde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Zudem werde der Leichnam des Opfers obduziert.

Die Polizei schloss ihre Tatortarbeit in dem Ludwigshafener Berufsschulzentrum unterdessen ab. Die knapp 2000 Schüler, die am Donnerstag den Gebäudekomplex fluchtartig verlassen mussten, durften in ihre Klassenräume zurückkehren, um ihre persönliche Habe zu holen. Die Behörden boten zudem eine psychologische Betreuung im Hauptgebäude der Schule an, wie die Polizei berichtete. Die Lehrer der Schule berieten in einer Konferenz über den tödlichen Messerangriff. Der Unterricht wurde für Freitag und Samstag abgesagt.

Bosbach fordert Erziehung zu Gewaltlosigkeit

Unterdessen geht die Diskussion um die Sicherheit an Schulen weiter. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach warnte davor, die Schulen «zu Hochsicherheitstrakten» umzubauen. «Nach einem derart dramatischen Vorfall wird wahrscheinlich wieder die Forderung erhoben, die Schulen durch strikte Eingangskontrollen noch sicherer zu machen», sagte Bosbach der Oldenburger «Nordwest-Zeitung».

Die beste Prävention sei aber immer noch «eine Erziehung zu Gewaltlosigkeit und Toleranz und Zuwendung gegenüber den Mitmenschen», sagte Bosbach. Die designierte Spitzenkandidatin der CDU zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl, Julia Klöckner, sagte im Radiosender SWR2, eine hundertprozentige Sicherheit an Schulen sei nicht machbar. Der Fall des 23-Jährigen mahne die Gesellschaft dazu, gegenüber auffälligen Jugendlichen aufmerksam zu sein, statt sie auszugrenzen.

In die Malerwerkstatt gestürmt

Der ehemalige Schüler der Ludwigshafener Berufsschule war am Donnerstagmorgen mit einem Messer und einer Schreckschusspistole bewaffnet in die Malerwerkstatt des Schulzentrums gestürmt. Dort hatte er einen 58-jährigen Lehrer erstochen, weil dieser ihn angeblich zu schlecht benotet hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. (sam/ddp)

Erstellt: 19.02.2010, 11:51 Uhr

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