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Taliban veröffentlichen neues Video von Schweizer Geiseln

Aktualisiert am 27.12.2011 13 Kommentare

Offenbar haben die pakistanischen Taliban heute eine neue Video-Botschaft der Berner Geiseln verschickt. Darin rufen die Beiden die Regierungen der Schweiz und Pakistan an.

1/16 Konnten sich in der Gefangenenunterkunft offenbar relativ frei bewegen: Daniela W. und David O. nach der Rückkehr. (17. März 2012)
Bild: Keystone

   

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Fast ein halbes Jahr nach der Entführung eines Berner Paars in Pakistan ist ein neues Video der beiden Geiseln aufgetaucht. Mehrere Menschen vor Ort haben die Aufzeichnungen erhalten, wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur sda am Dienstag berichteten.

Laut einem Fotografen der Bildagentur European Pressphoto Agency (EPA), der das Video gesehen hat, bitten die verschleppten Berner die Schweiz und Pakistan, die Bemühungen für ihre Freilassung nochmals zu verstärken.

Die EPA verbreitete Screenshots des Videos, das nicht öffentlich zugänglich ist. «Die Bilder stammen vom Computer des Journalisten, der das Video erhalten hat», sagte ein EPA-Verantwortlicher der sda. Er bestätigte, dass ein Korrespondent der Agentur das Video gesehen hat.

Mehr Lösegeld gefordert

Das Video sei vor drei bis vier Wochen aufgezeichnet worden, sagte Mansur Khan Mahsud, Vizedirektor des Fata Research Centers in Islamabad, gegenüber «Blick.ch». Er habe das Video gesehen, ein Freund habe es ihm gezeigt. Dieser habe die Fotos auch der Nachrichtenagentur AP weitergeleitet.

«Die Geiseln sprechen Schweizerdeutsch, deshalb habe ich nicht verstanden, was sie sagen», sagte Mahsud. Im Hintergrund stehe auf Arabisch ein Koranvers.

Die Verhandlungen verliefen laut seinen Quellen gut, sagte Mahsud. 17 Taliban-Kämpfer seien bisher frei gekommen. Die Lösegeldforderungen seien inzwischen allerdings gestiegen: Statt rund drei Millionen Dollar verlangen die Geiselnehmer nun vier Millionen Dollar.

Druck auf die Schweiz erhöhen

Er gehe davon aus, dass mit dem Video der Druck auf die Schweizer Regierung erhöht werden sollte, sagte Mahsud im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Akute Sorgen um die beiden Schweizer macht er sich aber nicht: «Die Geiseln werden laut unseren Quellen gut behandelt.»

Das Video sei nicht öffentlich zugänglich, da die Macher es verkaufen wollten, sagte Mahsud. Bisher habe sich aber noch niemand dazu bereit erklärt.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wollte das neu aufgetauchte Video nicht kommentieren. Es habe die Fotos zur Kenntnis genommen, schrieb das EDA am Dienstag auf Anfrage der sda.

Vor rund zwei Wochen hatte die abtretende Aussenministerin Micheline Calmy-Rey noch mit dem pakistanischen Premier Yusuf Raza Gilani telefoniert und ihre Sorge über das Schicksal des Paares zum Ausdruck gebracht. Weitere Angaben zum Telefonat wurden nicht bekannt.

Bereits zwei Videos

Die Schweizer waren Anfang Juli im Nordosten Belutschistans entführt worden. Sie waren in einem Campingbus unterwegs und wollten in den Bergen des Distrikts Loralai übernachten. Die Region gilt als wichtige Transitroute der radikal-islamischen Taliban zwischen dem pakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan und Afghanistan.

Ende Oktober tauchten bereits zwei Videos - eines vom August und eines vom September - auf, in denen die Geiseln die Regierungen der Schweiz und Pakistans um die Erfüllung der Taliban-Forderungen anflehen.

Im ersten Video forderten die Geiselnehmer die Freilassung der in den USA inhaftierten Pakistanerin Aafia Siddiqui und der Taliban- Gefangenen in Pakistan. Im zweiten Video verlangten sie die Freilassung der Mujahedin aus den Gefängnissen Pakistans.

Von Geldbeträgen war in beiden Videos nicht die Rede. Rund einen Monat nach dem zweiten Video forderten die Geiselnehmer aber drei Millionen Dollar und die Freilassung von 100 Taliban. (kpn/sda)

Erstellt: 27.12.2011, 19:29 Uhr

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13 Kommentare

Eugen Knecht

27.12.2011, 17:36 Uhr
Melden 39 Empfehlung

Ich bin dafür, dass die Schweiz reisenden die Unfreiwillig in Problem geraten auch Hile anbietet. Gehen jedoch Turisten fahrlässig und freiwillig auf solche Reisen, sollten sämmtliche Kosten auch von denen getragen werden. Antworten


Hans Inauen

27.12.2011, 17:57 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Ich gebe es zu, ich bin in solchen Sachen etwas ein Feigling; aber deshalb wäre ich nie in eine solche Situation gekommen. Leider verharmlosen die Mutigen das Risiko bewusst, sei das bei Risikosportarten, und was auch immer. Mir tun die Beiden wirklich leid; aber es wird zumindest dazu führen dass Andere etwas mehr überlegen. Antworten



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