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Toyota-Irrfahrt: Nur ein Schwindel?

Die Geschichte eines unkontrolliert rasenden Toyota Prius hatte vor einer Woche in den Vereinigten Staaten für Schlagzeilen gesorgt. Nun mehren sich die Zweifel an der Aussage des Fahrers.

Bremsen mithilfe der Polizei: Der Toyota Prius soll «von alleine» auf 150 beschleunigt haben.

Bremsen mithilfe der Polizei: Der Toyota Prius soll «von alleine» auf 150 beschleunigt haben.
Bild: Reuters

Toyota-Krise

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Eine gemeinsame Untersuchung der Verkehrssicherheitsbehörde und des Herstellers hat keinerlei Fehlfunktionen zum Vorschein gebracht. «Bis jetzt haben wir nichts finden können, was den Vorfall erklärt», teilte das US-Verkehrsministerium am Montag mit.

Der 61-jährige James Sikes hatte am Sonntag vor einer Woche den Notruf gewählt: Er rase mit 150 Kilometern in der Stunde über eine Schnellstrasse nahe San Diego, berichtete er. Das Gaspedal seines Toyota ( 80 1.38%) Prius klemme, der Wagen beschleunige unaufhaltsam.

Ein herbeigeeilter Polizist gab schliesslich über den Lautsprecher seines Streifenwagens Anweisungen: Sikes solle das Automatikgetriebe auf Neutral stellen, mit aller Kraft bremsen und den Motor ausschalten. Das wirkte. Nach knapp 50 Kilometern endete das Drama.

Spektakuläre Irrfahrt

Die Irrfahrt war über Tage beherrschendes Thema in den US- Nachrichten, passte sie doch gut in das Bild der ausufernden Toyota- Technikprobleme. Über das Wochenende kamen aber Zweifel auf.

Das «Wall Street Journal» berichtete, dass die Abnutzung der Bremsen nicht zur Aussage von Sikes passten, er habe die ganze Zeit das Bremspedal voll durchgetreten. Das US-Magazin «Forbes» spekulierte, Sikes habe die Toyota-Hysterie für sich ausnutzen wollen, weil er überschuldet sei. Er habe auch den Prius auf Pump gekauft.

Keine Fehlfunktion gefunden

Sikes' Rechtsanwalt wies die Anschuldigungen zurück und zog die Untersuchung in Zweifel. Bis jetzt sei es den Gutachtern noch in keinem Fall gelungen, eine Fehlfunktionen bei Toyota-Autos zu wiederholen, sagte er.

Der japanische Hersteller ruft weltweit acht Millionen Autos wegen der Gefahr zurück, dass sie ungewollt beschleunigen. Sechs Millionen der Wagen rollen auf US-Strassen. Hier werden mittlerweile 52 Tote mit den Defekten in Verbindung gebracht. (jak/sda/)

Erstellt: 15.03.2010, 21:54 Uhr

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