Panorama
Tumulte in der Zürcher Innenstadt – Polizei mit Grosseinsatz
Der Aufruf zur Party im Originalwortlaut:
Hey zäme!
Willt stapo ois alti party gstürmt het gits jetzt e rache aktion zmits am bellevue.
E fetti party (mier zapfed d'vbz lutsprecher ah un pflanzed en fette verstärcher ufs dach und denn wird grockt)
Es chömed ca 500lüt segets allne witer wo iehr kenned und mieer werded 1000 grenze knacke odr no meh!
Bis denn
Samstig 10 sept. Am punkt 11i am bellevue.
Vepasseds ned!
Shicked das sms wiiter un ja nix uf facebook.
Artikel zum Thema
- Berner Innenstadt als Festung – Polizei nimmt 50 Personen fest
- «Der Polizeieinsatz hat uns Angst gemacht»
- Illegale Party mit Gummischrot aufgelöst
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Hunderte Personen versammelten sich gestern Nacht um 23.00 Uhr unvermittelt beim Zürcher Bellevue. Die mehrheitlich jungen Menschen sollen sich aufgrund einer illegalen Party getroffen haben, berichtet ein Leserreporter.
Gegen Mitternacht begann die Polizei die Veranstaltung aufzulösen. «Als rund 20 Personen auf ein Tramwartehäuschen stiegen, entschieden sich die Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen diese herunterzubitten, da akute Einsturzgefahr bestand und sich die Menschen gefährlich nah an den Fahrleitungen der VBZ befanden», schreibt die Polizei in einer Medienmitteilung. Daraufhin sei die Situation eskaliert. Die anwesenden Personen hätten die Einsatzkräfte der Polizei massiv mit Pflastersteinen, Baumaterial, Flaschen und anderen Gegenständen angegriffen. Die Polizei setzte Gummischrot und Reizstoff ein. Ein Leserreporter berichtet von chaotischen Zuständen: «Ich habe gesehen, wie eine junge, bewusstlose Frau weggetragen wurde», sagt er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
Brennende Mülltonnen
Beim Stadelhofen vor dem McDondalds brannten mehrere Mülltonnen. Die Randalierer nahmen alles in die Hand, was nicht Niet- und Nagelfest ist und schiessen damit auf die Polizei, berichtet der Leserreporter. Auch der Eingang der Neuen Zürcher Zeitung wurde zerstört.
Die meist Jugendlichen Demonstranten zündeten zudem rund um das Bellevue und den Bahnhof Stadelhofen Abfallcontainer an und beschädigten Schaufensterscheiben. «Die ausgerückte Feuerwehr von Schutz & Rettung wurde massiv angegriffen, so dass diese ihre Löscheinsätze nur mit tatkräftiger Unterstützung der Polizei durchführen konnte», schreibt die Polizei in ihrer Medienmitteilung weiter. Kurz vor 01.00 Uhr beruhigte sich die Lage wieder.
Ein Jugendlicher wurde wegen Landfriedensbruchs festgenommen. Ein weiterer Mann wird ebenfalls wegen Landfriedensbruchs zur Anzeige gebracht, dieser musste jedoch vorerst mit einer Kopfverletzung hospitalisiert werden. Acht Polizisten wurden leicht bis mittelschwer verletzt. Ob weitere Personen bei den Ausschreitungen verletzt wurden ist zur Zeit noch nicht bekannt. Ebenfalls kann die Höhe der Sachschäden, vor allem an Häusern und Einsatzfahrzeugen der Polizei und der Feuerwehr noch nicht beziffert werden. Die Höhe des Sachschadens konnte die Polizei am Sonntag noch nicht beziffern. Laut Michael Wirz haben vier Ladenbesitzer Schäden gemeldet, weil Scheiben in Brüche gingen.
«Eine Racheaktion»
Die Ausschreitungen erstreckten sich in einem Umkreis von rund 500 Metern ums Bellevue. Auslöser soll eine SMS mit dem Aufruf zu einer illegalen Party gewesen sein: «Wir wurden aufgefordert uns ab 23 Uhr beim Bellevue zu treffen», berichtet ein Leserreporter. Es habe nicht lange gedauert, bis die Polizei eintraf und versuchte, die Party gewaltsam aufzulösen.
Ein anonymer Informant meldete sich gegenüber dem Tagesanzeiger.ch/Newsnet mit folgender Äusserung: «Es war eine illegale Party als Racheaktion für das destruktive Verhalten an der letzten illegalen Party unter der Hardbrücke. Damals schoss die Polizei auch ziellos auf die Gäste ein, ohne irgend eine Vorwarnung zu geben. Diese Partys wurden immer in Industriegebieten veranstaltet, wo niemand wirklich gestört wurde. Die Party am Bellevue sollte die Rache dafür sein.» (mrs/fsc/jak)
Erstellt: 11.09.2011, 06:22 Uhr



