Verletzter Forscher nach zwölf Tagen aus Höhle gerettet

Vor fast zwei Wochen verletzte sich ein spanischer Forscher in einer peruanischen Höhle. Er steckte 400 Meter unter der Erdoberfläche fest. Jetzt gelang einem internationalen Team die Rettung.

Verletzte sich in der Höhle unter anderem an zwei Lendenwirbeln: Der Höhlenforscher Cecilio Lopez und seine Retter. (30. September 2014)
Video: Reuters

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Ein verletzter Höhlenforscher ist in Peru zwölf Tage nach einem Unfall in 400 Metern Tiefe gerettet worden. Der 40-jährige Spanier war in der Höhle Intimachay im Osten des Landes aus einer Höhe von fünf Metern abgestürzt und hatte sich dabei schwer am Rücken verletzt.

Er wurde in einem Helikopter abtransportiert, wie die Nachrichtenagentur Andina am Dienstag berichtete. Zur Behandlung wurde er in ein Spital in der Hauptstadt Lima gebracht. Sein Zustand sei stabil, der Forscher sei «bei guter Gesundheit», sagte Polizeichef Jorge Luis Calderón. Der Verletzte wurde von mehreren Ärzten betreut.

Es mussten rund 40 Fachleute aus Peru und Spanien in das schwer zugängliche Gebiet eingeflogen werden, um den Forscher über rund 1000 Meter Höhlengänge ans Tageslicht zu befördern. Der spanische Verband der Höhlenforscher bezifferte die Kosten der Operation auf über 130'000 Euro. Er rief zu Spenden auf und bat die Madrider Regierung um Unterstützung.

Schwierige Rettung

Die Rettung wurde dadurch erschwert, dass der Mann wegen seiner Wirbelverletzung auf eine Trage gebunden war. Diese durfte wegen des brüchigen Gesteins nach Möglichkeit nicht gegen die Wände der Höhle stossen. Zudem wird die Höhle von mehreren Wasserläufen durchzogen, und der Untergrund ist vielerorts schlammig.

«Am schlimmsten waren die ersten Tage, als ich ohne Unterstützung war, keine Nahrung hatte und enorme Schmerzen verspürte», berichtete der Forscher in einer Erklärung, die am Mittwoch in spanischen Medien verbreitet wurde. «Ich widme mich seit 22 Jahren der Höhlenforschung. Dies war mein erster Unfall.» Wenn er sich von seiner Verletzung erholt habe, wolle er in die Höhle zurückkehren.

Der aus Madrid stammende Höhlenforscher nahm an einer Expedition teil, die in der Höhle nach Spuren der Chachapoyas-Kultur des 9. Jahrhunderts suchte. Der Verunglückte ist auf präkolumbianische Kulturen spezialisiert und untersucht bereits seit Jahren Höhlen in Peru. (chk/sda)

Erstellt: 01.10.2014, 05:00 Uhr

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