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Von der Schönheits- zur Schneekönigin?
Aktualisiert am 15.09.2011 16 Kommentare
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Sorgt mit seinem Buch für Aufsehen: Joe McGinniss. (Bild: «New York Times»)
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Es tönt in erster Linie nach Klatsch, hat aber eine politische Dimension. Sarah Palin, einstige Hoffnungsträgerin der Republikaner und Ex-Gouverneurin von Alaska, die vor drei Jahren noch um die Vizepräsidentschaft in den USA buhlte, wird in einem neuen Buch blossgestellt. Die Konservative habe gekokst, heisst es darin. Daneben soll es noch eine Reihe weiterer Skandale um die heute 47-Jährige geben, was sich eher schlecht mit den Werten der Vertreterin der Tea Party verträgt. 1987 gab sie sich angeblich einer stürmischen Sexnacht mit dem schwarzen Basketballstar Glen Rice hin, obwohl sie, wie das Buch behauptet, eine Rassistin sei. Damals arbeitete sie als Sportreporterin. Zudem soll Palin sechs Monate lang eine Affäre mit Brad Hanson unterhalten haben, der mit ihrem Ehemann Todd ein Schneemobilgeschäft betrieb.
Solche Behauptungen sind schnell aufgestellt. Doch sie stammen von einem Mann, dessen Name für Seriosität bürgt: vom bekannten US-Autor Joe McGinniss, der schon mehrere Bücher verfasst hat und mit seinem Werk «The Selling of the President» über Richard Nixons Präsidentschaftskampagne von 1968 berühmt wurde. Zudem hat McGinniss einen ausserordentlichen Aufwand betrieben, um an die intimen Einzelheiten heranzukommen. Im Mai 2010 zog er in die Kleinstadt Wasilla in Alaska und liess sich in unmittelbarer Nähe von Palin nieder, um sein Buch «The Rogue: Searching for the Real Sarah Palin» zu schreiben.
Palins geharnischte Reaktion
Das sorgte schon damals für Aufregung. Sarah Palin warf dem Autor vor, er würde sie ausspionieren. Was auch stimmte: McGinniss sprach mit Nachbarn und Bekannten, entwickelte sich regelrecht zum Jäger von Tratsch und Klatsch und liess die Erkenntnisse in seinem Buch einfliessen – neben Fakten, die bereits über Palin im Umlauf sind. Und dies sind nicht wenig. Seit drei Jahren stellen Reporter und Sensationslüsterne der einstigen Schönheitskönigin nach, die nach McGinniss' Recherchen gleichzeitig eine Schneekönigin war: Ihr Kokskonsum sei streckenweise extrem gewesen – einmal habe sie gar das Pulver von einem Ölfass bei einem Schneemobil-Trip geschnupft, schreibt McGinniss.
Das Buch kommt erst nächste Woche in den Handel, der «New York Times» liegt es aber bereits vor. Und diese wiegelt vorsichtig ab und thematisiert weniger die angeblichen skandalösen Enthüllungen, sondern mehr die Art und Weise, wie der US-Autor an seine Informationen kam. McGinniss habe vor allem unbegründetem Tratsch und Klatsch nachgejagt, den er nicht belegen könne, schreibt die amerikanische Zeitung. Als Quellen würden ihm hauptsächlich Freunde und Einwohner von Wasilla dienen, die er nicht namentlich nenne. Unabhängig davon dürfte das Buch der politischen Karriere – sofern Palin diese denn fortsetzen will – schaden. Vielleicht, mutmassen Kommentatoren in den USA, habe sie sich im Wissen um dieses Buch bisher bedeckt darüber gehalten, ob sie bei den Wahlen erneut für die Republikaner ins Feld ziehen wolle. (miw)
Erstellt: 15.09.2011, 16:04 Uhr
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