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«Wahre Helden»: Experten staunen über Befreiungsaktion der Seals

Von Samuel Reber. Aktualisiert am 14.04.2009 60 Kommentare

Drei tödliche Präzisionsschüsse bei wogender See und bei Nacht: Militärexperten staunen über die Befreiung des amerikanischen Kapitäns Richard Phillips aus den Händen somalischer Piraten.

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Dutzende von Seals wurden zur Befreiung von Richard Phillips eingeflogen.
Bild: Reuters

   

Dunkelheit legte sich am Sonntagabend über die aufgewühlte somalische See. Das Rettungsboot, darin vier Piraten mit ihrer Geisel Richard Phillips, wird auf den hohen Wellen hin- und hergeworfen. Genau beobachtet von der US-Marine unter der Führung des Kriegsschiffs «USS Bainbridge», die die Nussschale mit Nachtsichtgeräten stets im Auge behält. Die Seeräuber können weder an Land noch zu anderen gekaperten Schiffen flüchten und haben auch keinen Treibstoff mehr. Seit Mittwoch dauert ihr Versuch, sich mit ihrer Geisel, ihrem Kapital, in Sicherheit zu bringen.

Die «Washington Post» zitiert einen Militärexperten: «Sie realisierten, dass sie in einer Situation waren, in der sie nicht gewinnen konnten. Sie trieben in stürmischer See, sie waren müde.» Zudem hätten sie kein Khat mehr gehabt, ein stimulierendes Kraut, das gekaut wird.

Gewehr an Kopf gehalten

Die Piraten, laut US-Verteidigungsminister Robert Gates «untrainierte Teenager mit schweren Waffen», sind verzweifelt. Immer wieder halten sie Richard Phillips ihre Kalaschnikows an den Kopf oder drücken die Gewehrläufe in seinen Rücken. Als zwei der Somalier im Alter von 17 bis 19 Jahren ihren Kopf an Bord zeigten und ein dritter Phillips mit seiner Waffe erneut bedrohte, gab der Kommandant der «USS Bainbridge», Frank Castellano, den Schussbefehl.

Drei Schüsse peitschen durch die Nacht, drei Piraten sind tot, der vierte ergibt sich kurz danach. Geschossen hatten Scharfschützen der Elite-Einheit Navy Seal. Am Sonntagabend waren dutzende Seals aus einem Transportflugzeug mit Fallschirmen ins Meer gesprungen und anschliessend mit Schlauchbooten zur «USS Bainbridge» gelangt.

«Äusserst bemerkenswert»

Die Seals werden nun in den USA als Helden gefeiert. Der Militärexperte der «Washington Post»: «Es ist äusserst bemerkenswert, dass die Scharfschützen diese Typen erwischt haben. Stellen Sie sich den schweren Seegang vor, eine Entfernung von rund 25 Metern, Dunkelheit – und sie erwischen sie. Drei Piraten, drei Schüsse, drei tote Körper.»

Die Navy Seals finden Kapitän Richard Phillips auf dem Rettungsboot gefesselt, aber unversehrt vor. Amerika feiert ihn als neuen Helden. Doch er selber sagte laut «Daily News» nach der Befreiung am Telefon zu seiner Frau Andrea: «Ich bin nur ein kleines Teilchen in dieser Geschichte. Die wahren Helden dieser Geschichte ist das US-Militär.»

Bereits wieder ein Schiff gekapert

Die blutige Befreiungsaktion könnte nach Einschätzung des Vize-Admirals Bill Gortney vom Zentralkommando der US-Marine in der Tat zu einer Eskalation der Gewalt am Horn von Afrika führen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington sah indessen einen Hoffnungsschimmer, dass die Piraten entmutigt würden, weiterhin Handelsschiffe anzugreifen. Darauf schienen die jüngsten Überfälle trotz massiven Militäraufgebots vor der somalischen Küste allerdings nicht hinzuweisen.

In der Tat: Piraten haben vor Somalia erneut einen Frachter gekapert. Die «M.V. Irene E.M.» wurde in der Nacht zum Dienstag im Golf von Aden überfallen, wie die Internationale Seefahrtbehörde (IMB) in Kuala Lumpur mitteilte. Das griechische Schiff fahre unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen, sagte ein Sprecher der US-Marine. Bei den 23 Besatzungsmitgliedern handle es sich um Philippiner.

Ein Dutzend Schiffe in Piratenhand

Und schlugen am Dienstag gleich nochmals zu: Der libanesische Frachter «MV Sea Horse» sei am Dienstag vor der Küste Somalias von Seeräubern in drei oder vier Schnellbooten angegriffen und gekapert worden, sagte Nato-Sprecherin Shona Lowe.

Die Piraten haben zudem noch etwa ein Dutzend Schiffe mit mehr als 200 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt, darunter Seeleute aus Deutschland, Italien, Bulgarien, Russland, der Ukraine, China und Taiwan, Indonesien und den Philippinen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.04.2009, 15:26 Uhr

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60 Kommentare

Daniel Landwehr

14.04.2009, 14:06 Uhr
Melden 1 Empfehlung

podmena traffica testn mir jemad sagen, was "die freie Welt" sein soll? Wer glaubt eigentlich jedes Märchen aus den USA? Eine ganze alliierte Armada gegen einige Jünglinge - wahrlich heldenhaft! Und weshalb es diese Piraten gibt, wird nicht hinterfragt. Keine Fischgründe mehr, kein Einkommen. Alles leergefischt von westlichen Industriefischern. Nutzlos gewordene Fischkutter werden jetzt umgenutzt. Antworten


Andree Halter

14.04.2009, 12:45 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Und da sind wir doch sehr froh, dass bald auch Grenadiere zum Einsatz kommen. Die haben auch schon mit dem Schlauchboot auf dem Lago Maggiore ein kleines Fährtchen gemacht! Antworten



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