Frost schädigt Reben und Aprikosen

Der Frühlingsfrost hat im Wallis den Wein- und Aprikosenkulturen arg zugesetzt. Einige Betroffene verlieren das Jahreseinkommen.

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Einige Wein- und Obstbauern hätten durch den Frost von vergangener Woche praktisch die gesamte Jahresernte verloren, sagte am Dienstag der Chef der Walliser Dienststelle für Landwirtschaft, Gérald Dayer, vor Medien. «Für die Betroffenen bedeutet dies den Ausfall des Jahreseinkommens, das ist dramatisch». Mehrere Tausend Bauernbetriebe und Kellereien seien davon betroffen.

Das kantonale Weinbauamt präsentierte eine erste Bilanz über die Frostschäden in den Walliser Weinbergen. In der ersten frostigen Nacht vom 18. auf den 19. April 2017 suchte der Frost vor allem die Reben im Tal und an den unteren Hängen zwischen Sitten und Martigny heim. Dabei wurden rund 550 Hektaren in Mitleidenschaft gezogen.

Letzter Frost dieser Art war 1974

In den drei nachfolgenden, noch kälteren Nächten breitete sich der Schaden über die gesamten Walliser Weinberge zwischen Brig und Martigny aus. Obwohl es für eine genaue Bilanz noch zu früh ist, geht das Weinbauamt davon aus, dass insgesamt mehr als 2000 Hektaren Reben oder mehr als 40 Prozent der Rebberge durch den Frost in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Eine solche Frostperiode, die die ganzen Walliser Weinberge betreffe, sei aussergewöhnlich, hielten die Behörden fest. Der letzte grosse Frost dieser Art geht auf das Jahr 1974 zurück.

Zwei Drittel der Aprikosenkulturen geschädigt

Auch die Aprikosenhaine weisen laut einer ersten Einschätzung durch das Amt für Obstbau grosse Frostschäden auf. Die in mehr als 100 Parzellen entnommenen Proben und durchgeführten Kontrollen hätten gezeigt, dass die gesamten Aprikosenhaine zwischen Siders und Charrat stark geschädigt seien.

Das Amt schätzt, dass bloss ein Drittel der Aprikosenkulturen die Kältewelle unbeschadet überstand. Es sei davon auszugehen, dass mindestens die Hälfte der Ernte durch den Frost zerstört wurde. Verschont blieben Parzellen, auf denen die Kälte intensiv bekämpft wurde sowie der Talgrund mit mehr als 200 Hektaren Aprikosenkulturen.

Eine genauere Bilanz des Schadensausmasses soll in den nächsten Wochen erstellt werden. (oli/sda)

Erstellt: 25.04.2017, 12:05 Uhr

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