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Warum Kachelmann seine Anwälte absetzte

Von Thomas Knellwolf. Aktualisiert am 16.12.2010 15 Kommentare

Eine E-Mail eines Karosseriebauers und ein zehnminütiges Telefonat sollen den Wettermoderator dazu gebracht haben, seine Verteidigung auszutauschen.

1/30 Gut gelaunte Anwältin, nachdenklicher Mandant: Andrea Combé verlässt mit dem freigesprochenen Jörg Kachelmann die Tiefgarage des Gerichts. (31. Mai 2011)

   

Jörg Kachelmann weilte während der frühwinterlichen Prozesspause von drei Wochen in Kanada, als bei ihm eine elektronische Nachricht einging. Ein ihm unbekannter Deutscher stellte sich in der E-Mail vom 24. November vor und schrieb: «Ich bin vor kurzem vom Landgericht Lüneburg von dem Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden, dank meines Verteidigers Johann Schwenn aus Hamburg.»

So erzählt die «Die Zeit» in der heute erscheinenden Ausgabe den Vorgang nach, der wohl entscheidend zum überraschenden Verteidigerwechsel im Vergewaltigungsverfahren gegen den Schweizer Wettermoderator beitrug. «Ich verfolge Ihren Fall mit grossem Interesse», zitiert die Wochenzeitung weiter aus den Zeilen des norddeutschen Karosseriebauers, «und ich glaube, Sie sind nicht in besten Händen mit Ihrem Anwalt.»

«Medienknall» angekündigt

Wenig später soll Kachelmann den Herrn angerufen haben, der von Schwenn in einem aufwendigen Revisionsverfahren nach fünfeinhalb Jahren aus dem Gefängnis geholt worden war. Zum Schluss des etwa zehnminütigen Gesprächs habe Kachelmann gesagt: «Sie sind schuld, wenn es nächste Woche einen Medienknall gibt.»

Der Ratschlag aus Norddeutschland gepaart mit einer grossen Unsicherheit über den Verfahrensausgang in Mannheim liess den Schweizer Angeklagten wohl kurz darauf erneut zum Hörer greifen. Kachelmann wählte die Nummer von Rechtsanwalt Johann Schwenn in Hamburg.

Vier Tage später liess er seinen bisherigen Verteidigern Reinhard Birkenstock und Klaus Schroth mitteilen, dass er ab sofort auf ihre Dienste verzichte. Es gab einen «Medienknall».

«Leise rieselt der Schnee»

«Leise rieselt der Schnee», sagte Reinhard Birkenstock am Mittwoch spät, als er vom «Tages-Anzeiger» vom Inhalt des «Zeit»-Berichts erfuhr. Dann fügte er noch hinzu, dass er zum Fall Kachelmann nichts sagen werde.

Die ganze Sache hat ein Vorgeschichte: Birkenstock war bereits im Mai von Sabine Rückert, der Verfasserin des «Zeit»-Artikels, in einer E-Mail, die dem TA vorliegt, empfohlen worden, «einen Kollegen einzubinden, der Verfahren dieser Art gewachsen ist». Rückert nannte namentlich Johann Schwenn, mit dem es in anderen Fällen bereits eine «Zusammenarbeit zwischen Verteidigung und der ‹Zeit›» gegeben habe. Birkenstock trat nicht darauf ein.

Denkbar wäre nun, dass das Duo Rückert/Schwenn den norddeutschen Karosseriebauer zum E-Mail-Schreiben ermutigt hat, um Kachelmann zum Verteidigerwechsel zu bewegen. Rückert beteuert aber, dass sie von der Absetzung Birkenstocks und der Einsetzung Schwenns ebenfalls am Tag des «Medienknalls» überrascht worden sei. Auch Schwenn sagt: «Denken Sie nicht daran, dass ich etwas damit zu tun habe. » (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.12.2010, 12:13 Uhr

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15 Kommentare

Maria Müller

16.12.2010, 16:04 Uhr
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in Bezug auf Kleidung u. Hygiene des RA Birkenstock, muss man jetzt sagen, das Herr K. bis dorthin gepflegt aussah und nun mit dem Wechsel Schwenn, in seine alten Muster verfällt - ungepflegte Erscheinung- Schmierentheater bleibt Schmierentheater. Das mutmaßliche Opfer bleibt auf der Strecke, wie alle anderen Frauen, mit denen er Schmierentheater gelebt hat. Hochstapelei und Heiratsschwindelei Antworten


Jack Welti

16.12.2010, 12:45 Uhr
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Herr Kachelmanns neuer Verteidiger Johann Schwenn macht in der Tat den Eindruck, als wäre er jederzeit auf der Höhe der Aufgabe. Von dessen Vorgänger kann man das nicht behaupten. Bei der Voreingenommenheit des Justizapparates, der Jörg Kachelmann gegenübersteht, ist ein offensives Auftreten die richtige Strategie. Antworten



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