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Wer ein Boesch-Boot hat, wird darauf angesprochen
Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 14.07.2010 190 Kommentare
Unfallort vor Petersinsel im Bielersee
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Der Todesfahrer vom Bielersee ist von der Polizei immer noch nicht ermittelt worden. Solange der Fall nicht geklärt ist, kursieren Spekulationen. Eine Vermutung ist, dass der Mann, der am letzten Sonntag mit seinem Motorboot eine 24-jährige Frau tötete, alkoholisiert war. In den Diskussionen wird teilweise das Bild von rücksichtslosen Böötlern gezeichnet, die mit ihren Luxusgefährten auf den Seen umherrasen.
Wer in der Motorbootszene arbeitet oder mit ihr verbunden ist, wehrt sich gegen solche Verallgemeinerungen. «Es gibt überall einzelne Dummköpfe – auf den Strassen wie auch auf dem See», sagt ein Vorstandsmitglied des Verbands Motorboot Schweiz in einer kurzen Stellungnahme auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
Trinkorgien? – «Ein Ammenmärchen»
Auch andere Insider plädieren für eine vorurteilsfreie Sicht auf die Motorbootfahrer. Dass diese kräftig Alkohol bechern sollen, wie in diesen Tagen wieder behauptet wird, «ist ein Ammenmärchen», sagt Silvia Sager, Co-Geschäftsführerin der Werft Rohn Erlach am Bielersee. Dies sei vielleicht vor 30 Jahren teilweise so gewesen. Heute könne es sich niemand mehr leisten, zu viel Alkohol zu trinken – nur schon wegen der 0,5-Promille-Regel im Strassenverkehr. «Es ist nicht so, dass unsere Kunden betrunken von ihren Ausfahrten zurückkommen. Es handelt sich nicht um 20-Jährige, die Ballermann-Partys auf dem See veranstalten.» Ausserdem sei die Polizei auf dem Bielersee sehr streng und führe viele Kontrollen durch.
Laut Sager wartet die Werft Rohn Erlach fünf bis zehn Motorboote der Marken Boesch oder Pedrazzini. Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war ein Boesch- oder Pedrazzini-Boot in den tödlichen Unfall verwickelt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Fahrer und Besitzer solcher Motorboote unter Generalverdacht stehen. Wer ein solches Boot hat, werde darauf angesprochen, dann sei die Sache aber rasch erledigt, sagt Sager. Die Werft-Betreiberin konstatiert, dass die Kunden «betroffen und schockiert» sind wegen des Unfalls.
Motorbootfahrer sind vorsichtiger
Das Drama vom Bielersee sei ein Gesprächsthema, sagt auch Jürg Schneider, der die Bootsfahrschule Seeland betreibt. Auch er hat nicht den Eindruck, dass die Besitzer von Boesch- oder Pedrazzini-Motorbooten an den Pranger gestellt werden. Schneider hat allerdings beobachtet, dass der Unfall die Motorbootfahrer sensibilisiert habe, auf dem See vorsichtiger zu sein. Wenn diese an Klein- oder Schlauchbooten vorbeiführen, achteten sie auf eine grössere Distanz und passten das Tempo an.
In der Zwischenzeit prüft die Berner Kantonspolizei die zahlreichen Hinweise, die sie nach einem Zeugenaufruf aus der Bevölkerung erhalten hat. Bis heute Mittag gab es keine neuen Informationen für die Öffentlichkeit, wie die Medienstelle auf Anfrage verlauten liess. Die Polizei und die zuständige Untersuchungsrichterin gehen von aufwändigen Ermittlungen aus. Im Fokus der Fahndung steht die Suche nach dem Mann, der das Motorboot lenkte. Er soll ein 55- bis 65-jähriger Mann mit leichter Stirnglatze sein. Vermutlich befanden sich weitere Personen auf dem Motorboot. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.07.2010, 12:43 Uhr
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190 Kommentare
Eine Tragödie die einen wütend macht. Ich nehme an der Fahrer wird sich stellen. Beim Fahren eines Motorbootes muss man immer nach vorne schauen! Verbote von Booten halte ich allerdings für völlig daneben. @Markus Eugster: Ihre Forderung ist absurd und daneben. Man muss nicht alles verbieten. Wo Menschen leben gibt's Unfälle. Die Verursacher gehören bestraft. Die Freiheit soll nicht leiden! Antworten
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