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Wettmessen der Schweizer Wetterfrösche

Aktualisiert am 06.02.2012 2 Kommentare

Unter Schweizer Wetterstationen ist ein Streit um die tiefste Temperatur entbrannt. Nach einer Kontroverse am Wochenende setzte Jörg Kachelmann heute noch einen drauf.

Zu viel Schnee für Messungen? In Ulrichen VS steht die Wetterstation von MeteoNews. (3. Februar 2012)

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Bild: Keystone

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Die Schweizer Wetterstationen messen sich in der Disziplin Kälterekord: Der Wetterdienst Meteomedia von Jörg Kachelmann registrierte auf der Glattalp ganz hinten im Muotatal für die Nacht auf heute -44 Grad. Damit toppt er den tiefsten je gemessenen Wert in der Schweiz. In La Brévine wurde 1987 bei minus 41,8 Grad die bislang tiefsten Temperaturen gemessen.

«Es ist, um eine derart extreme Kälte zu entwickeln, die perfekte Nacht gewesen», sagt Jörg Kachelmann gegenüber Blick.ch: «Die Bise muss aufhören, gleichzeitig dürfen aber die Wolken noch nicht da sein.»

Windstille Senke

Bei der Konkurrenz wurde es nicht ganz so kalt: Meteo News und SF Meteo teilten übereinstimmend mit, dass in Samedan GR -35,1 Grad gemessen wurden. Fast ebenso kalt war es auf der Alp Buffalora am Ofenpass GR mit -31,8 Grad. In La Brévine im Neuenburger Jura, dem sogenannten Sibirien der Schweiz, war es -27,6 Grad. Diese Temperaturen hat Meteo News gemessen.

Bereits am Wochenende hatten die Rekordwerte eine Kontroverse unter den Wetterdiensten ausgelöst. Peter Wick, Chef der Konkurrenzfirma Meteo News, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, es sei fragwürdig, an unbewohnten Orten mit extremen Bedingungen zu messen wie auf der Glattalp. Die Station des privaten Wetterdienstes von Jörg Kachelmann steht in einer windstillen Senke, weshalb die Temperaturen dort stets besonders tief fallen. «Solche Messungen sind nicht sinnvoll – ausser wenn man Rekordwerte registrieren will», sagte Wick.

Kontroverse um den idealen Messort

Wicks Meteo News vermeldete noch am Sonntagmorgen als Kälterekord des Winters die gemessenen minus 33,8 Grad in Ulrichen im Walliser Obergoms auf 1345 Metern über Meer.

Diese Messung zog wiederum SF Meteo, der Wetterdienst des Schweizer Fernsehens SF, und auch Meteomedia in Zweifel. In Ulrichen liege so viel Schnee, dass die Temperatur nur noch wenige Zentimeter über der Schneedecke gemessen werde. Weil es direkt über dem Schnee deutlich kälter ist, als zwei Meter über dem Boden, fällt die Temperaturangabe tiefer aus, als sie sollte.

Perfekte Nacht

Bei Meteo Schweiz hiess es dazu, man sei sich des Problems mit der Station in Ulrichen bewusst. In der eigenen Datenbank werde die Temperaturangabe deshalb nur «unter Vorbehalt» geführt.

Eine Revanche der Wetterfrösche wird es wohl nicht geben, einig sind sie sich nämlich einzig darin, dass die tiefsten Temperaturen der aktuellen Kältewelle nun erreicht sein dürften. (kle/sda)

Erstellt: 06.02.2012, 14:56 Uhr

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2 Kommentare

Role Banholzer

06.02.2012, 15:22 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Solange die privaten Wetteranbieter um solche Details streiten, wissen wir, dass sie nicht sehr seriös sind. Wenn es nur noch darum geht, wer sich die kälteste Temperatur auf die Fahne schreiben kann, dann wir Herr und Frau Schweizer diesen Anbietern einfach nicht mehr vertrauen. Da bevorzuge ich lieber Meteo Schweiz, die seriös arbeiten. Antworten


Roger White

06.02.2012, 16:17 Uhr
Melden

1. Misst Meteoschweiz nicht auch die Temperatur beim Junfraujoch, beim Säntis oder beim "Gütsch ob Andermatt", alles "unbewohnte Orten mit extremen Bedingungen"?
2. Die tiefste, je in der Schweiz gemessene Temperatur, ist meines Wissens, und entgegen dem TA, am 7.2.1991 auf der Glattalp gemessen worden: - 52.5° (Quelle: ebs-gruppe.ch)
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