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«Wir beginnen in fünf Minuten mit der Bombardierung»

Aktualisiert am 29.04.2010 2 Kommentare

Für den britischen Premier war es ein peinlicher Patzer, als er eine Wählerin beschimpfte. Ärger mit nicht abgeschalteten Mikrofonen hatte aber schon so mancher Staatsmann.

Sorgte 1984 für einen Schreckmoment: US-Präsident Ronald Reagan. (Bild: Keystone )

Brown schimpft – und alle hören mit

Mitten im Endspurt des Wahlkampfs hat sich Gordon Brown einen schweren Patzer erlaubt. Eine Woche vor der Wahl wurde er erwischt, wie er eine Wählerin nach einem Gespräch als «verbohrt» beschimpfte.
Der britische Premierminister Gordon Brown wetterte über die 65-Jährige, als er bei einer Wahlkampfveranstaltung zu seinem Wagen zurückging - aber nicht bemerkte, dass noch das Mikrofon eines Fernsehsenders an seinem Hemd steckte. Der Ausrutscher könnte sowohl Brown als auch seiner Labour-Partei bei der Parlamentswahl am 6. Mai zum Verhängnis werden.

Kommentatoren bezeichneten die Panne als «grösstmöglichen Schaden» für den Premier. Brown ist für sein aufbrausendes Temperament und seine Wutanfälle bekannt. Er bemüht sich seit Langem, in der Öffentlichkeit nicht mürrisch aufzutreten und so sein Image aufzubessern.

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Der wohl berühmteste Zwischenfall war eine Mikrofonprobe des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan vor einer seiner regelmässigen Radioansprachen. Um Stimme und Anlage zu testen, scherzte er 1984, die USA hätten die Sowjets gerade für «vogelfrei» erklärt: «Wir beginnen in fünf Minuten mit der Bombardierung.» Reagan ahnte nicht, dass dies schon mitgeschnitten wurde.

Zwei Jahre später hörten Reporter, die den Präsidenten im Weissen Haus befragt hatten, beim Hinausgehen gerade noch über die Lautsprecheranlage, wie er ein ärgerliches «Hurensöhne» («sons of bitches») vor sich hinmurmelte. Sie hatten ihn mit unangenehmen Fragen gelöchert.

«Riesenarschloch» und «Bastarde»

Nicht besser erging es einem seiner Nachfolger: Bei einem Mittagessen am Rande des G-8-Gipfels in St. Petersburg Mitte 2006 lästerte George W. Bush bei eingeschalteten Mikrofonen über langatmige Reden, kritisierte den damaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan und merkte zum Konflikt zwischen Israel und dem Libanon an, der «Scheiss» müsse bald beendet werden.

Schon im Jahr 2000 hatte Bush junior einen Mitarbeiter der «New York Times» vor offenem Mikrofon als «Riesenarschloch» bezeichnet. Vorbild war offenbar sein gleichnamiger Präsidenten-Vater, der bei ähnlicher Gelegenheit geprahlt hatte, er habe einer politischen Gegnerin bei einer Debatte «Feuer unterm Hintern gemacht».

Im Gespräch mit einem Fernsehjournalisten charakterisierte der ehemalige britische Premier John Major euroskeptische Minister als «Bastarde», sich selbst als «Waschlappen». Techniker schnitten das Gespräch mit und spielten es der Presse zu.

Auch Prinz Charles' respektlose Bemerkungen über einen BBC- Korrespondenten gingen dank offener Mikrofone um die Welt: «Furchtbar, der Typ», raunte er seinen Söhnen bei einem Interview zu. «Grässliche Leute, ich kann den nicht ausstehen.» (bru/sda)

Erstellt: 29.04.2010, 06:13 Uhr

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2 Kommentare

Arnold Hauser

29.04.2010, 08:04 Uhr
Melden

Vielleicht wäre es generell besser, wenn sich Politiker nicht so oft hinter Heucheleien verstecken würden. Man soll aus seinem Herzen keine Mördergrube machen. Und wer einem babyküssenden, händeschüttelden, jovialen Politiker vertraut, ist selber schuld. Was an der Bemerkung von Charles respektlos sein soll ist mir nicht klar. Es ist doch jedem sein gutes Recht Leute "nicht auszustehen"... Antworten


Mettler Thomas

29.04.2010, 16:04 Uhr
Melden

100%ig einig mit gutem Kommentar von Herrn Hauser! Kann mich nur anschliessen.. Antworten



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