Panorama

«Wir sind wie Hunde beschossen worden»

Aktualisiert am 09.01.2010

Zwei Tage vor Beginn des Afrika Cups in Angola haben Separatisten den Bus der Fussball-Nationalmannschaft von Togo beschossen. Dabei wurde der Fahrer sowie zwei weitere Personen getötet.

Stehen unter Schock: Das angolanische Fernsehen zeigt Mitglieder der Mannschaft von Togo nach dem Anschlag.

Stehen unter Schock: Das angolanische Fernsehen zeigt Mitglieder der Mannschaft von Togo nach dem Anschlag.
Bild: Reuters

Die Regierung Angolas verurteilte den Angriff als «terroristischen Akt». Zu dem Anschlag bekannte sich der bewaffnete Arm der separatistischen Bewegung FLEC (Front für die Befreiung der Enklave Cabinda), wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Die Gruppe habe weitere Angriffe während des Fussballturniers angedroht.

Der Start des Afrika Cups mit 16 Nationalmannschaften des Kontinents ist für morgen geplant. In fünf Monaten soll in Südafrika die erste Fussballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden stattfinden.

Die angolanische Regierung wollte nach Angaben des afrikanischen Fussballverbands CAF noch heute mit dem CAF-Präsidenten Issa Hayatou über mögliche neue Sicherheitsmassnahmen für das Turnier beraten, das bis zum 30. Januar dauern sollen.

Busfahrer tot

Der Bus mit Spielern und Funktionären war gestern Nachmittag an der nördlichen Grenze des Landes unter Beschuss geraten, kurz nachdem das Fahrzeug die Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Angola passiert hatte. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet, wie der togoische Torwart Kossi Agassa dem Pariser Sender France-Info sagte. Bei den Toten handele es sich um einen angolanischen Fahrer sowie einen Ersatztrainer und einen Sprecher der Fussballmannschaft. Ein zweiter Torwart sei so schwer verletzt worden, dass er zur Notbehandlung nach Südafrika gebracht worden sei.

Zuvor hatten togoische Behörden noch berichtet, ausschliesslich der angolanische Fahrer der Mannschaft sei getötet worden, und acht togoische Fussballer hätten Verletzungen erlitten.

Togos Star Emmanuel Adebayor (Manchester City) blieb nach Angaben des englischen Clubs unversehrt.

«Wir hatten gerade die Grenze überquert, um uns herum waren Polizeibusse. Alles sah gut aus, als plötzlich das Feuer auf uns eröffnet wurde», berichtete Togos Stürmer Thomas Dossevi dem Sender «Radio Monte Carlo». «Wir wurden mit automatischen Waffen wie Hunde beschossen und haben uns 20 Minuten lang unter unseren Sitzen versteckt», sagte der Profi des FC Nantes. (bru/sda)

Erstellt: 09.01.2010, 14:56 Uhr

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