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«Wir wissen nicht, ob die Tiere überleben werden»
Interview: Simon Eppenberger. Aktualisiert am 21.04.2010
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Kämpft gegen die Asche: Pall Eggert Olafson.
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In Island spuckt der Vulkan Eyjafjallajökull am Samstag unvermindert Asche und Staub in die Atmosphäre. Acht Kilometer vom Krater entfernt betreibt der Farmer Pall Eggert Olafson einen grossen Hof. Gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte er, welche Auswirkungen die Naturkatastrophe für die Direktbetroffenen vor Ort hat.
Herr Olafson, Sie betreiben ganz in der Nähe des Vulkans Eyjafjallajökull eine Farm. Wie geht es Ihnen?
Sehr schlecht. Man kann kaum etwas sehen, überall am Boden und in der Luft hat es Asche. Unsere Tiere sind nicht sicher.
Ist die Asche gefährlich?
Nicht für die Menschen. Aber sie bedeckt alles und bedroht vor allem die Pferde, die draussen sind. Wenn sie das verschmutzte Wasser trinken, können sie sterben.
Was werden Sie als Nächstes tun?
Wir versuchen, so viele Tiere wie möglich zu retten. Aber es ist sehr schwierig, da die Sicht schlecht ist und wir nicht genug Platz haben.
Können Sie die Tiere nicht in Schutz bringen?
Die Winter in Island sind nicht so hart, dass es für alle Tiere Ställe gibt. Vor allem die Pferde leben das ganze Jahr draussen. Wir wissen nicht, ob sie den Vulkanausbruch überleben werden.
Wie dick ist die Ascheschicht in der Nähe des Vulkans?
Nicht sehr dick, etwa einen Zentimeter. Aber die Asche ist wie Pulver, sie dringt überall ein.
In Island sind aktive Vulkane eigentlich nicht aussergewöhnlich. Trotzdem ist das übrige Europa überrascht worden von den massiven Auswirkungen. Wie sehen das die Betroffenen?
Bei uns gab es bereits viele Vulkanausbrüche. Doch dieser ist sehr heftig. Und ganz in der Nähe hat es viel Farmland. Deshalb ist es für viele ein sehr grosses Problem.
Wenn die Asche das ganze Weideland bedeckt, was fressen dann die Tiere?
Derzeit können wir sie füttern. Doch wir wissen nicht, wie lange das Futter reicht. Wenn es so weiter geht, gehen die Vorräte irgendwann aus und wir haben spätestens im Winter kein Futter mehr. Weil Island grosse finanzielle Probleme hat, wissen wir nicht, ob uns die Regierung überhaupt helfen kann. Im Notfall müssen wir sie schlachten.
Wie viele Menschen und Tiere sind betroffen?
Das kann ich nicht sagen. Es sind viele, sehr viele.
Wie geht es weiter?
Wir wissen nicht, was morgen oder übermorgen ist. Jeder Tag bringt neue Probleme. Vielleicht sterben die Tiere, vielleicht kommt noch mehr Wind, der alles aufwirbelt und noch schlimmer macht.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.04.2010, 00:18 Uhr
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