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Zum Jahresabo gibt es einen Gigolo – oder einen Dildo

Von Elsbeth Gugger, Amsterdam. Aktualisiert am 11.05.2010 5 Kommentare

Wer sich für ein Abonnement einer Frauenzeitschrift entscheidet, hat in den Niederlanden seit kurzem eine besondere Qual der Wahl.

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Eine Kiste Wein, eine CD oder ein Zigarrenkistchen kann man sich auch diesseits der Deiche als Belohnung für ein Abonnement einer Zeitschrift vorstellen. Und vielleicht auch noch, dass das Teenagerblatt «Viva» seit Jahren einen Dildo als Willkommensgeschenk fürs einjährige Abo vergibt. Dass jedoch eine Leserin, die für umgerechnet 96 Franken 12 Nummern der Monatszeitschrift Linda erwirbt, dafür mit einem zweistündigen Gigolo-Besuch belohnt wird, sorgt selbst in den aufgeschlossenen Niederlanden für Wirbel. Mit dieser Aktion mache sich Linda zu «einer Art Zuhälter ohne Bewilligung», empörte sich Metje Blaak von der Prostituiertengewerkschaft der Rote Faden.

Die Sprecherin der Dirnen hatte ihre Rechnung aber ohne «Lindas» Chefredaktorin gemacht. Denn bei «Linda» handelt es sich nicht um irgendeine Vierfarbenpostille (wie es sie in den Niederlanden zu Dutzenden gibt), sondern um die äusserst erfolgreiche Hochglanzzeitschrift der TV-Quotenkönigin Linda de Mol. Sie ist mit 210'000 Exemplaren die auflagenstärkste im ganzen Lande; Monat für Monat wird «Linda» von einer Million Frauen gelesen. In einer Talkshow wehrte sich De Mol erfolgreich gegen Blaaks Vorwurf und betonte, ihre Zeitschrift verschenke keine Menschen, sondern vielmehr deren Dienstleistungen.

Idee beim Fotoshooting

Zum Konzept von «Linda» gehören nicht nur gut geschriebene Geschichten und ein eigenwilliges Layout, die Oprah Winfrey der Tulpenmonarchie verbildlicht jede Coverstory höchstpersönlich auf dem Umschlag. So auch in Nummer 69 mit dem Titel «overspel» (Ehebruch). Im thematischen Rundumschlag gehts in dieser Ausgabe auch um männliche Liebesdiener. Bei deren Fotoshooting sei spontan die Aktion mit den Verwöhn-Männern entstanden, erzählt Wies van Beek von der «Linda»-Redaktion. Von einer gezielten Planung könne nicht die Rede sein.

Um einen Gigolo zwei Stunden in Anspruch zu nehmen (Kostenpunkt: umgerechnet 640 Franken), muss eine Frau nicht nur besagtes Jahresabo kaufen, sondern auch schriftlich formulieren, weshalb sie sich den Herrenbesuch wünscht. Insgesamt vergibt Linda 25 Gigolos. Noch seien nicht alle Zuschriften evaluiert, aber mindestens 50 Reaktionen seien – aus unterschiedlichen Gründen – als seriös einzustufen, sagt Van Beek. Als seriöse Anfragen bezeichnet sie jene einer jungen, krebskranken Frau oder die von alleinstehenden Müttern. Bald entscheiden die «Linda»-Macherinnen, welche Frauen in den Genuss eines der Gigolos kommen. Wobei beide Seiten vom Vetorecht Gebrauch machen können.

Scheidung wird bezahlt

Noch einen Schritt weiter geht die Glamourzeitschrift «Glossy», die seit kurzem mit einer Gratis-Scheidung wirbt. Nicht dass sie das Auseinandergehen propagieren würden, schreibt die Redaktion in ihrem Blog. Aber Frauen, die länger mit dem Gedanken einer Trennung spielten, hätten jetzt die Chance, diesen Schritt tatsächlich zu machen. Eine Anwaltskanzlei sorge dafür, dass alles mit rechten Dingen zugehe. Ob die Geschichte des gratis geschiedenen Paares ihren Niederschlag im Blatt finden wird, muss abgewartet werden. Aber die Idee passe perfekt zur kommenden Nummer, steht im Blog. Thema: Ehescheidungen in Hollywood.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.05.2010, 22:53 Uhr

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5 Kommentare

Laura Decapitani

11.05.2010, 09:51 Uhr
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hätte ein Männermagazin dies getan, würde kein Hahn danach krähen. Sollen doch die Frauen ihren Spass haben! Immerhin sind das saubere Männer einer Begleitagentur, keine billigen Huren vom Strassenstrich.. Antworten


Igor Neuffer

11.05.2010, 10:08 Uhr
Melden

Wenn Frauen sich emanzipieren wollen, wird es oft ungewollt komisch. Antworten



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