Panorama
Oberster Richter vermasselt Obamas Schwur
Von Marc Brupbacher. Aktualisiert am 21.01.2009 11 Kommentare
Barack Obama beim ablegen des Eides.
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Missglückter Amtsschwur
ROBERTS: Are you prepared to take the oath, Senator?
OBAMA: I am.
ROBERTS: I, Barack Hussein Obama...
OBAMA: I, Barack--
ROBERTS: ...do solemnly swear...
OBAMA: I, Barack Hussein Obama, do solemnly swear...
ROBERTS: ...that I will execute the office of president to the United States faithfully...
OBAMA: ...that I will execute... [pause]
ROBERTS: ...faithfully the office of president of the United States...
OBAMA: ...the office of president of the United States faithfully...
ROBERTS: ...and will, to best of my ability...
OBAMA: ...and will to [the] best of my ability...
ROBERTS: ...preserve, protect and defend the Constitution of the United States.
OBAMA: ...preserve, protect and defend the Constitution of the United States.
ROBERTS: So help you God?
OBAMA: So help me God.
ROBERTS: Congratulations, Mr. President.
Beim Ablegen des Amtseids ist dem neuen US-Präsidenten Barack Obama vor Millionen Zuschauern ein kleines Missgeschick passiert: Es hat sich ein Wort-Dreher eingeschlichen. Der Präsident des Obersten Gerichtshofs, John Roberts, sprach Obama den Text des Eides vor und platzierte ein Wort falsch. Daraufhin kam Obama ins Stocken, weil er den Fehler offenbar bemerkt hatte.
«Senator, sind Sie bereit, den Eid abzulegen?», fragte der 53-jährige Roberts. Barack Obama signalisierte Zustimmung. Dann patzte Roberts. Er sagte: «Ich gelobe feierlich...», – das Wort «getreulich» war nicht an seinem richtigen Platz. Anstatt wie folgt fortzufahren: «dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will», sagte Roberts, «dass ich getreulich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten...». (Transkription: «Welt Online»)
«Es war mein Fehler»
Nachdem Obama ins Stocken geriet und den Fehler nicht wiederholte, bemerkte der Richter den Lapsus und sprach den Satz mit der richtigen Wortreihenfolge. Doch Obama sprach es falsch nach, gemäss der ersten von Roberts angebotenen Variante. Kurz nach dem Amtseid, als sich beide am Kapitol vor einem Mittagessen unterhielten, sagte Roberts zu Obama: «Es war mein Fehler.»
Der CNN-Starjournalist Wolf Blitzer kommentierte den Vorfall so: «Roberts hatte an diesem Tag nur einen Job zu erledigen – und er hat es vermasselt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.01.2009, 15:36 Uhr
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11 Kommentare
Der Amtseid gilt sinngemäss! Und da sich der Sinn des geleisteten Eides mit der Position des Wortes "faithfully" nicht im geringsten ändert, bleibt das kleine Missgeschick zum Glück ohne Folgen. Und Mr. President Barrack Obama ist defintiv vereidigt als 44. Präsident der USA! Vermutlich hat Obama bemerkt, dass auch diese Formulierung stimmig ist und er konnte damit einen "einmaligen" Eid ablegen. Antworten
Ja, er ist Präsident. Der Fehler war zwar ein Fehler, aber ein unerheblicher. Die Wortreihenfolge hat nicht gestimmt, am Sinn und Inhalt des Eides wurde aber nichts verändert. Deshalb ist der Fehler unerheblich (immaterial). Nur um ganz sicher zu gehen, und um jeden Zweifel zu beseitigen, kann der Amtseid privat noch einmal wiederholt werden, streng genommmen nicht nötig, aber sicher ist sicher. Antworten
Bei aller Freude über Obamas Amtseinsetzung darf man nicht darüber hinweg sehen, dass in den USA einfach eine zu einseitige Politiklandschaft besteht. So darf man nicht verwundert sein, wenn der allseits gepriesene 'Retter' sich schlussendlich auch nur als Mensch entpuppt - nur schon eine 3. Partei um Nader (im Wahlkampf mit Gonzalez) würde den USA und ihrer Vielfältigkeit gut tun und anstehen. Antworten
Die Web2 Gesellschaft ist unberbittlich: Der Lapsus hat bereits Einang in die amerikanisch Version von Wikipedia gefunden http://en.wikipedia.org/wiki/John_G._Roberts und Wiki musst die Seite bis zum 27. Januar sperren, um weiteren Basteleien zu diesem Topic zu begegnen. Robert war übrigens der erste Chief Justice, der einen Präsidenten vereidigen musste, der gegen seine Wahl gewesen war. Antworten




Simon Kälin
Meine Meinung in der Sache muss ich wohl revidieren, der Eid wurde tatsächlich wiederholt! Zum dritten Mal in der Geschichte der U.S. - Präsidenten. War es nun ein Wort, das vollständig fehlte, oder war es die falsche Platzierung von "faithfully"? Die Kommentare dazu scheinen nicht ganz eindeutig zu sein. Eins ist sicher: Obamas Versprecher wird in die Geschichte eingehen. Antworten