Panorama
Neonazi-Überfall: Was geschah wirklich?
Zeuge einer schrecklichen Tragödie: Die Polizei liefert keine Erklärung für die Verletzungen der Frau, die auf Bildern der brasilianischen Zeitung «O Globo» sichtbar sind.
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Freund spricht auf Radio 1
Die Stadtpolizei Zürich nahm heute Donnerstagnachmittag Stellung zu dem Vorfall, nachdem in brasilianischen Medien von einem brutalen rassistischen Angriff von Skinheads auf die brasilianische Staatsbürgerin die Rede war.
Laut der Stellungnahme hatte sich am vergangenen Montag kurz nach 19.30 Uhr ein Mann telefonisch bei der Stadtpolizei gemeldet und für eine Frau am Bahnhof Stettbach Hilfe angefordert. Vor Ort seien die Polizisten auf eine 26-jährige Brasilianerin getroffen, die oberflächliche Schnittwunden aufgewiesen habe. Unter anderem seien an verschiedenen Körperteilen «einzelne eingeritzte Buchstaben» erkennbar gewesen. Die Frau habe angegeben, zuvor von drei unbekannten Männern überfallen, mit Fusstritten traktiert und mit einem Messer verletzt worden zu sein. «Weiter erklärte sie, dass sie schwanger sei und nach der Tat in der nahe gelegenen Toilette beim Bahnhof Stettbach eine Fehlgeburt erlitten habe», schreibt die Polizei. Die Frau sei vom Rettungsdienst für weitere Abklärungen ins Spital gebracht worden. Am Tatort wurde eine umfassende Spurensicherung gemacht.
In alle Richtungen ermittelt
Laut Polizei sind die genauen Umstände des Vorfalls unklar. Zur Festnahmen kam es nach dem Vorfall vorerst nicht, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage sagte. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Weitere Angaben seien aus Persönlichkeitsschutzgründen wie auch aus ermittlungstaktischen Gründen zurzeit nicht möglich. Entsprechend waren auch keine Informationen zu den medizinischen Abklärungen erhältlich. Die Polizei sucht Zeugen, die kurz nach 19.30 Uhr an der Dübendorfstrasse 447 beim Bahnhof Stettbach in der Umgebung des Notausgangs verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben.
Personen, die kurz nach 19.30 Uhr an der Dübendorfstrasse 447, beim Bahnhof Stettbach, in der Umgebung des Notausgangs verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Stadtpolizei Zürich, Tel. 044 411 71 17, in Verbindung zu setzen.
Jetzt meldet sich der Freund des Opfers
«20 Minuten Online» will mit dem 39-jährigen Schweizer Freund des Opfers gesprochen haben. «Ihr Gesundheitszustand ist stabil, es geht ihr aber nicht gut», zitiert das Nachrichtenportal den Investment-Berater. Seine Freundin brauche nun viel Zeit, den ganzen Vorfall zu verarbeiten. Zweifel an der Darstellung des Angriffs seien nicht angebracht. «Alles ist zu hundert Prozent wahr, und sie hat einen tiefen Schock erlitten», sagt der Freund. Kritik an der Polizei üben will er dennoch nicht. Nur so viel: «Wir haben mit der Polizei viel durchgemacht in den letzten Tagen.»
Erstellt: 12.02.2009, 17:40 Uhr



