Panorama
Staatsanwaltschaft eröffnet Verfahren gegen Paula O.
Von Felix Schindler, Stefan Eiselin. Aktualisiert am 18.02.2009
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Paula O. in ihrer Schweizer Wohnung
Video: TV Globo
Die Staatsanwaltschaft Zürich/Sihl hat gegen Paula O. ein Strafverfahren eröffnet. Die 26-jährige Brasilianerin steht unter Verdacht der Irreführung der Rechtspflege. Gleichzeitig verfügte die Behörde eine Pass- und Schriftensperre. Das heisst, dass die Brasilianerin die Schweiz vorerst nicht legal verlassen kann.
Die Staatsanwaltschaft schreibt, dass die Frau so lange in der Schweiz bleiben müsse, wie «ihre Anwesenheit im Strafverfahren erforderlich ist». Laut dem zuständigen Staatsanwalt Marcel Frei wird die Frau noch immer befragt. So lange diese Befragungen nicht abgeschlossen sind, bleibt die Pass- und Schriftensperre aufrecht erhalten.
Kein Geständnis beim Staatsanwalt
Ihre Ausreise beschleunigen könnte Paula O., wenn sie gestehen würde, den Neonazi Neonazi-Überfall erfunden zu haben. «Wenn sie mir das im Beisein eines Anwalts zu Protokoll gäbe, dann wären wir einen riesigen Schritt weiter», sagt der Staatsanwalt Frei gegenüber Tagesanzeiger.ch. Er betont jedoch, dass ihm bisher kein entsprechendes Geständnis vorliegt. Die Weltwoche schreibt in ihrer kommenden Ausgabe, dass Paula O. bereits am Freitag vergangener Woche «ein eindeutiges Geständnis ablegte (...) und mit ihrer kindlich anmutenden Unterschrift bestätigt». Die Stadtpolizei kommentiert diese Information gegenwärtig nicht.
Durch das Bezirksgericht Zürich wurde der Frau gestern ein amtlicher Verteidiger bestellt. Das bereits am 12. Februar eröffnete Verfahren betreffend die von ihr gemeldeten Übergriffe gegen unbekannte Täterschaft wird ebenfalls weitergeführt.
Die ganze Familie will ausreisen
Am Dienstagabend hat Paula O. das Universitätsspital Zürich verlassen und ist zusammen mit ihren Eltern in ihre Wohnung nahe Zürich zurückgekehrt. Brasilianische Medien hatten zuvor gemeldet, dass die Schweizer Behörden in Bälde bekannt geben würden, dass die 26-Jährige nicht bis zum Abschluss des gesamten Verfahrens in der Schweiz verbleiben müsse. Dies könnte dann geschehen, wenn Paula O. gesteht. «Wir wissen noch nicht, wann wir nach Brasilien zurückkehren. Der Zeitpunkt hängt von Paulas Gesundheitszustand ab», erklärte der Vater.
Vergangenen Montag rief die Brasilianerin die Polizei zum Bahnhof Stettbach. Mit Kratzverletzungen übersät gab sie zu Protokoll, sie sei von drei Neonazis überfallen worden. Infolge der brutalen Attacke habe sie ihre ungeborenen Zwillinge verloren. Seit vergangenem Freitag ist aber klar, dass Paula O. zum Zeitpunkt des angeblichen Übergriffs nicht schwanger war. Ausserdem deutet eine rechtsmedizinische Untersuchung darauf hin, dass sich Paula O. die Verletzungen selbst zugefügt hat. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.02.2009, 15:14 Uhr
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