Peking 2008
Alle Schweizer Olympiasieger der Sommerspiele
Marcel Fischer holt Gold in Athen 2004. (Bild: Keystone)
Brigitte McMahon strahlt über Triathlon-Gold in Sidney 2000. (Bild: Keystone)
Xeno Müller liess 1996 in Atlanta alle hinter sich. (Bild: Keystone)
Doppelzweier-Gold für die Gebrüder Markus und Michael Gier in Atlanta. (Bild: Keystone)
Donghua Li siegte 1996 am Pferdpauschen. (Bild: Keystone)
Das vierte Gold in Atlanta sicherte sich Pascal Richard im Strassenrennen. (Bild: Keystone)
Marc Rosset holte in Barcelona 1992 die einzige Schweizer Goldmedaille. (Bild: Keystone)
Robert Dill-Bundi, links, und Jürg Röhtlisberger zeigen ihre Goldmedaille an den Olympischen Sommerspielen in Moskau 1980. (Bild: Keystone)
Christine Stückelberger gewinnt mit «Granat» Olympia-Gold in Montreal 1976. (Bild: Keystone)
Jack Günthardt bekommt 1952 in Helsinki Gold im Barren um den Hals gehängt. (Bild: Keystone)
Georges Miez ist mit vier Goldmedaillen (1928 - 1936) noch immer der erfolgreichste Schweizer Olympionike. (Bild: Keystone)
Athen 2004: Marcel Fischers Gold überstrahlte alles
In den Tagen der Rückkehr an die Olympia-Geburtsstätte wurde aus Schweizer Sicht alles von Marcel Fischers Goldmedaille überstrahlt. Der damals gerade 26 Jahre alt gewordene Bieler Degenfechter sprang just am Tag, an dem die hauptsächliche Schweizer Goldhoffnung Roger Federer überraschend früh ausschied, in die Bresche. Fischer wurde in überzeugender Manier als erster Schweizer Fechter überhaupt Olympiasieger. Nach Pflichterfolgen in den ersten drei Gefechten erreichte er in den wichtigsten Duellen die Hochform. Dem Franzosen Eric Boisse und dem Chinesen Wang Lei liess er im Halbfinal und im Final (jeweils 15:9) keine Chance. «Ich kann gar nicht fassen, was geschehen ist», stammelte der Blondschopf.
Sydney 2000: Brigitte McMahons Sturmlauf zu Gold
Die erste Auszeichnung durch die fünf Jahre später mit EPO- Doping erwischte Triathletin Brigitte McMahon blieb zwar die einzige goldene, im Medaillenspiegel figurierte die Schweiz aber immerhin auf Platz 36 unter 200 Nationen.
Brigitte McMahons Sturmlauf am ersten Olympiatag überstrahlte 2000 alles. Den 100 000 «Aussies» in der Innenstadt und am Hafen stockte der Atem, als um «high noon» die Lokalmatadorin und Favoritin Michellie Jones Seite an Seite mit der Aussenseiterin McMahon auf die Zielgerade einbog. Die 33-jährige Biochemikerin aus Baar konnte nach zwei Stunden Laufzeit noch zulegen, wogegen Jones keine Reserven mehr besass.
Atlanta 1996 - Medaillensegen
Die Spiele des Jahres 1996 in der US-Drehscheibe Atlanta waren mit vier Goldmedaillen ebenfalls zu einem Höhepunkt für den Schweizer Sport geraten.
Xeno Müller eröffnete am Ende der ersten Wettkampfwoche den Medaillensegen. Der damals schon in Kalifornien lebende Zürcher siegte im Skiff überlegen vor dem Favoriten Derek Porter aus Kanada und dem Deutschen Thomas Lange.
Nur 24 Stunden später doppelten die Brüder Markus und Michael Gier auf dem Lake Lanier nach. Die beiden Rorschacher siegten im Leichtgewichts-Doppelzweier unangefochten mit drei Sekunden Vorsprung vor den Holländern Van der Linden/Ardewijn.
Am Abend des gleichen Tags sorgte der Kunstturner Donghua Li mit dem Sieg am Pferdpauschen für ein wahrlich goldenes Wochenende für die Schweiz. Alle sechs Kampfrichter gaben dem aus China stammenden Innerschweizer die höchste Note. Li war der erste Schweizer Turn- Olympiasieger seit 44 Jahren.
Der vierte Goldmedaillen-Gewinner war der Westschweizer Pascal Richard. Er entschied das olympische Strassenrennen, in dem sich erstmals die weltbesten Profis versammelt hatten, für sich. In einem mitreissenden Dreierspurt siegte Richard vor Rolf Sörensen (Dä) sowie Maximilian Sciandri (Gb) und wurde als erster Schweizer überhaupt Olympiasieger in dieser Disziplin.
Barcelona 1992: Marc Rosset übertraf alle
Der Genfer Marc Rosset stand 1992 in Barcelona mit dem Olympiasieg im Tennisturnier im Mittelpunkt; er gewann gar die einzige Schweizer Medaille.
Der Aussenseiter Rosset, damals noch keine 22 Jahre alt, hatte sich in den Ferien locker auf die Spiele vorbereitet, wuchs über sich hinaus und setzte sich trotz grösster Schwierigkeiten durch. Nicht nur die gewaltige Hitze im Stadionkessel machte ihm zu schaffen; er hatte auch das fanatische spanische Publikum in den Partien mit Emilio Sanchez und im Final über fünf Sätze mit Jordi Arrese gegen sich.
Moskau 1980: Gold für Dill-Bundi und Röthlisberger
1988 in Seoul, resultierten je zwei Silber-und Bronzemedaillen und zwölf «Finalränge» (Diplome). 1984 in Los Angeles (ohne den boykottierenden europäischen Ostblock) gab es je viermal Silber und Bronze. Die letzten Schweizer Goldmedaillen gingen auf 1980 (Moskau) zurück, wo der damals 22jährige Robert Dill-Bundi in der Rad-Verfolgung und der Judoka Jürg Röthlisberger erfolgreich waren.
Obwohl die Moskauer Spiele wegen des sowjetischen Überfalls auf Afghanistan von verschiedenen westlichen Nationen mit den USA an der Spitze (und einzelnen Schweizer Sportarten wie Turnen und Reiten) boykottiert wurden, haftete den beiden Schweizer Olympiasiegen kein Makel an. Weder in der 4-km-Verfolgung noch in der 86-kg-Klasse der Judokas wären ernsthafte Medaillenanwärter aus boykottierenden Nationen auszumachen gewesen.
Montreal 1976: Christine Stückelberger
Die damals 29 Jahre alte Christine Stückelberger wurde 1976 in Bromont bei Montreal mit dem legendären Holsteiner Wallach Granat ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie triumphierte zum wiederholten Mal über die starke deutsche Dressurschule.
Christine Stückelberger, die 2000 in Sydney ihre olympische Karriere mit der siebten Teilnahme abschloss, beendete 1976 in Montreal eine zwölfjährige Epoche mit zwar schönen Schweizer Erfolgen (Mexiko 1968 und München 1972), aber ohne Goldmedaille. Ihr Vorgänger war der Dressur-Champion Henri Chammartin, der 1964 in Tokio seinem Beruf als Bereiter alle Ehre machte (eine Ausnahme in der Zeit des damaligen «reinen Amateursports») und mit Wörmann triumphierte.
Helsinki 1952: Meistdekorierte Turner
Nochmals zwölf Jahre zurück muss im Goldenen Olympiabuch geblättert werden, um auf Schweizer Sieger zu stossen: Hans Eugster (Barren) und Jack Günthard (Reck) bildeten 1952 in Helsinki als letzte Schweizer Turn-Olympiasieger vor Donghua Li (1996 in Atlanta) die Glieder einer stolzen Kette. Diese war bereits bei den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit, 1896 in Athen, mit dem Erfolg von Louis Zutter (Gold am Pferdpauschen, Silber am Barren, Silber im Pferdsprung) geknüpft worden. Von den insgesamt 49 Schweizer Turner-Medaillen waren 17 aus Gold.
London 1948: Erfolgreichste Schweizer Nachkriegs-Mission
Die Turner Michael Reusch (Barren), Karl Frei (Ringe) und Josef Stalder (Reck) liessen sich neben dem Dressurreiter Hans Moser mit Hummer und dem Schützen Emil Grünig (Freies Gewehr) zu Schweizer Olympiasiegern ausrufen. Im Mannschafts-Zwölfkampf unterlagen die Schweizer knapp den Finnen. Diese beide Nationen gewannen 18 von 24 Turner-Medaillen.
Vorkriegszeit: Georges Miez überragte
Erfolgreichster Schweizer Olympionike aller Zeiten ist der 1999 im Alter von 94 Jahren verstorbene Turner Georges Miez mit 8 Medaillen, davon 4 goldenen. Er eröffnete seine Sammlung 1924 in Paris mit einer Bronzemedaille im Mannschafts-Mehrkampf, überragte 1928 in Amsterdam mit drei Goldmedaillen (Mehrkampf Einzel und Mannschaft, dazu am Reck) sowie Silber am Pferdpauschen, wurde 1932 in Los Angeles Zweiter am Boden und gewann 1936 in Berlin zum Abschluss seiner grossartigen olympischen Karriere Gold am Boden sowie Silber im Mannschafts-Mehrkampf. (rb/si)
Erstellt: 06.08.2008, 17:36 Uhr
