Ronny Keller bleibt gelähmt

Das Paraplegiker-Zentrum Nottwil bestätigt: Der Eishockeyaner Ronny Keller bleibt gelähmt. Dennoch wird die Playoff-Halbfinalserie wie geplant weitergespielt werden, entschied der EHC Olten am Donnerstagnachmittag.

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Ronny Keller wird von Stefan Schnyder in die Bande gecheckt. Bild: Screenshot Teleclub

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Ronny Keller liegt auf der Intensivstation des Schweizer Paraplegiker-Zentrums (SPZ) in Nottwil. Er sei gut ansprechbar und über die Folgen des Unfalls orientiert, schreibt das SPZ in einer am Donnerstagmittag veröffentlichten Mitteilung. Und diese sind schlimm: Keller bleibt gelähmt. Michael Baumberger, Chefarzt Klinik des SPZ bestätigt: «Folge der schweren Verletzung des vierten Brustwirbels von Ronny Keller wird eine bleibende Querschnittlähmung sein. Es liegen weder Kopf- noch Hirnverletzungen vor.»

Gleichzeitig wird der Zwischenfall im Playoff-Halbfinalspiel zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn untersucht. Es sei ein Dossier eröffnet worden und der Unfall in der 78. Spielminute, bei dem der Oltner Spieler Ronny Keller schwer verletzt worden ist, werde dahingehend überprüft, ob eine fahrlässige, schwere Körperverletzung vorliege, erklärt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Abklärung dürften länger dauern

Mit einem schnellen Resultat sei aber nicht zu rechnen, weil die Abklärungen umfangreich sein werden, sagt Oberstaatsanwalt Felix Bänziger. «Mitentscheidend werden die Schwere der Verletzung und die möglichen Folgen sein», erklärt Bänziger. Zudem müsse abgeklärt werden, ob im diesem Fall ein grober Regelverstoss laut Spielregeln im Eishockey, ein Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorliegen würden. Die Abklärungen können zur Einstellung des Verfahrens, zu einem Strafbefehl oder zur Anklage führen.

Ein Strafantrag seitens des geschädigten Spielers Ronny Keller liege derzeit nicht vor, so dass die eingeleiteten Untersuchungen von Amtes wegen stattfinden, sagt Bänziger.

Im NLB-Playoff-Halbfinal vom 5. März zwischen Olten und Langenthal (3:2 n.V.) prallte Oltens Verteidiger Ronny Keller (33), in der Regular Season noch Captain des HC Thurgau, zweieinhalb Minuten vor Ablauf der Overtime nach einem Check des Langenthalers Stefan Schnyder mit dem Kopf voran in die Bande. Keller spürte anschliessend die Beine nicht mehr und musste mit der Rega abtransportiert werden. Noch in der Nacht auf Mittwoch wurde der 33-Jährige vom Berner Inselspital ins Paraplegiker-Zentrum nach Nottwil überführt, wo er auch operiert wurde. Eine definitive Prognose, wie sich Kellers Gesundheitszustand entwickelt und ob er mit bleibenden Schädigungen rechnen muss, wird erst in zwei Wochen möglich sein, meldete der EHC Olten.

SC Langenthal «tief betroffen»

Der SC Langenthal äussert in einer Mitteilung am Donnerstag tiefe Betroffenheit und «bedauert die schweren Unfallfolgen ausserordentlich.» Stefan Schnyder stehe momentan in persönlichem Kontakt mit dem Betroffenen und bedauere das Geschehene sehr. Er erhält psychologische Unterstützung. In der Halbfinalserie wird ihn der Verein unabhängig von einem richterlichen Entscheid nicht mehr zum Einsatz bringen.

Am späteren Donnerstagnachmittag berieten sich der Trainer und die Mannschaft von Olten, ob das dritte Duell der Playoff-Halbfinalspiel zwischen Langenthal und Olten statt finden sollte. Nach einem Mehrheitsbeschluss entschieden sich die Spieler dafür, dass die Halbfinalserie wie geplant am Freitag um 20 Uhr weitergehen soll. (peg/toc)

(Erstellt: 07.03.2013, 16:12 Uhr)

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