Das Sixpack im Marathon

Wer die grossen Läufe auf drei Kontinenten absolviert hat, wird mit einer grossen Medaille geadelt – wie die Autorin.

Tempel Zojoji in Tokios Stadtteil Shiba-Koen: Die überwiegende Mehrheit der Läufer sind Japaner.

Tempel Zojoji in Tokios Stadtteil Shiba-Koen: Die überwiegende Mehrheit der Läufer sind Japaner. Bild: Shizuo Kambayashi/Keystone

Sechs Städte sind der Schlüssel zum Tor in den Marathon-Himmel. «The Big Six», wie die World Marathon Majors genannt werden. Zu einem kleinen Kreis der «Six Star Finishers» zählt, wer in ­Tokio, Boston, London, Berlin, Chicago und New York die 42,195 Kilometer zurückgelegt hat. Während Jahr für Jahr insgesamt rund 250 000 Läufer in den sechs Städten ­starten, können sich nur gerade 2166 Läufer mit diesem Titel schmücken, darunter 49 Schweizer.

Die sechs Marathonsterne werden seit 2014 verliehen. Weil einmal 42,195 Kilometer offenbar zu alltäglich geworden ist, verzeichnen die Laufdestinationen seither eine steigende Nachfrage. London knackt für die Austragung von 2018 gar eine Rekordmarke: 386'050 Läufer haben sich um einen Startplatz beworben. «So viele wie noch nie an einem Marathon», sagt Tim Hadzima, Generalmanager von Abbott World ­Marathon Majors.

Die überdimensionierte Six-Star-Medaille, die im Ziel des sechsten Marathons auf die Läufer wartet, ist nicht der einzige Grund, weshalb diese Marathonstädte gefragt sind: Die Strecken führen an Sehenswürdigkeiten vorbei und machen den Lauf zu einer 42,195 Kilometer langen Sightseeingtour.

Die Beliebtheit der Marathonreihe hat aber auch ihre Schattenseite: Bei den meisten der sechs Majors stellt nicht die Distanz die Läufer vor die grösste Aufgabe. Es ist eine Herausforderung, überhaupt eine Startnummer zu ergattern. Bei allen Läufen entscheidet das Los über einen grossen Teil der Startplätze – mit ­unterschiedlichem Prozedere: Tokio vergibt die Mehrheit an Einheimische, während es Touristen in New York einfacher haben. London erleichtert Wohltätigkeitsläufern den Zugang und garantiert ihnen einen Startplatz, während sich schnelle Läufer für Boston qualifizieren können. Der verlässlichste, aber auch kostspieligste Weg führt in allen Städten über Reiseveranstalter. Die beiden grössten Schweizer Anbieter sind Albis Reisen und Kuoni. Ihre Pauschalangebote inklusive Startplatz, Flug und Hotel sowie Betreuung vor Ort kosten je nach Stadt von 1200 bis 3900 Franken pro Person und Reise.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 18.06.2017, 09:28 Uhr

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