Fliegen ohne Sicherheitskontrolle?

In Schottland gibt es an drei Flughäfen keine Sicherheitschecks mehr. Das kommt nicht überall gut an.

Flughafen Barra: Bald ohne Sicherheitskontrolle. (Bild: iStock)

Flughafen Barra: Bald ohne Sicherheitskontrolle. (Bild: iStock)

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Der Flughafen Barra ist schon jetzt einzigartig. Immerhin landen die Flugzeuge, die dort ankommen, nicht auf einer Asphalt-, Beton oder Schotterpiste, sondern auf dem Strand. Doch das ist nicht das Einzige, was den Airport nun von vielen anderen unterscheidet. Er ist einer von drei schottischen Flughäfen, welche die obligatorischen Sicherheitskontrollen von Passagieren abgeschafft haben.

Seit dem 30. Januar müssen Passagiere, die ab Barra, Campbeltown und Tiree fliegen, nur noch mündlich versichern, dass sich in ihrem Handgepäck keine spitzen Gegenstände, explosiven Materialien oder unerlaubte Flüssigkeiten befinden. Das Transportministerium und die Luftfahrtbehörde haben das erlaubt. Unter der Bedingung, dass Passagiere, die dann in Glasgow umsteigen und weiterfliegen, am grösseren Flughafen durch die Sicherheitskontrolle gehen.

Gewerkschaft kritisiert Massnahme

Dennoch kommen die neuen Massnahmen nicht bei allen gut an. So etwa bei der Prospect Union, einer Gewerkschaft, die Ingenieure, Manager und Wissenschaftler vertritt. Sie fürchtet als Folge der neuen Regeln, dass die Gefahr eines Terroranschlags steigen könnte. Die Flugzeuge, die ab den drei betroffenen Flughäfen starteten, überflögen zahlreiche kritische Orte, kritisiert die Gewerkschaft.

So etwa beim Anflug auf Glasgow. Die Flugzeuge flögen dabei etwa über das Kernkraftwerk in Hunterston sowie über Öldepots oder einige kritische Standorte des Verteidigungsministeriums. Auch bei so kleinen Flugzeugen könne das gefährlich werden, kritisiert die Gewerkschaft.

Loganair verteidigt den Schritt

Loganair ist eine der Regionalairlines, deren Passagiere künftig an den drei Flughäfen nicht mehr untersucht werden. Ihr Chef versteht und begrüsst den Schritt. «Auf diesen kurzen Regionalflügen in Schottland kennt jeder jeden», so der Manager zur Zeitung «Independent». Die Passagiere nutzten die Flieger «wie eine lokale Busverbindung». (lf/Aerotelegraph.com)

Erstellt: 22.02.2017, 20:29 Uhr

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