Kampf gegen die Glatze lohnt sich

Zinedine Zidane und Bruce Willis machen vor, wie viel Kraft in einem Mann mit kahlem Kopf stecken kann. Dennoch kämpft man so lange es geht gegen Haarverlust. Zurecht, sagen Experten. Und letztlich bleibt Transplantation oder Toupet. Oder doch der Glatzkopf?

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Unter der Dusche plötzlich mehr Haare als gewöhnlich im Abfluss und das Schreckensbild einer Glatze vor Augen? Ralph Trüeb, Facharzt für Dermatologie, sagt: „Wer einen Verdacht hegt, der hat meist recht.“ Denn hier geht es um den individuelle Eindruck und nicht um kursierende Faustregeln von hundert Haaren, die pro Tag verloren werden dürfen. „Davon halte ich gar nichts. Es geht schliesslich immer um das Verhältnis zur Gesamtanzahl“, sagt Trüeb. Aber wer Haare lassen muss, ist nicht allein: Drei Viertel der Männer leiden darunter. In den meisten Fällen handelt es sich hier um ein erbliches Schicksal. Doch laut Trüeb muss nicht jeder mit einer Glatze enden, dessen Vater eine hat.

Kampf lohnt sich
Es wird immer nur die Neigung vererbt, nicht der Haarverlust an sich. In diesem Fall reagiert die Haarzwiebel sensibel auf Hormone, die das Haarwachstum steuern. Und wenn das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), ein Abbauprodukt des Testosterons, in der Kopfhaut in zu grosser Intensität vorhanden ist, wird die Wachstumsphase verkürzt. Die Haare an den betroffenen Stellen werden dünner und kürzer, bleiben weg. Dass kahlköpfige Männer besonders gute Liebhaber sind wegen erhöhten Testosteronspiegels, ist deshalb ein Ammenmärchen.

Wenn am ganzen Kopf das Haar verschwindet…
Haarausfall an Stirn und Scheitel sieht kein Mann gern im Spiegel, doch der diffuse Haarausfall, bei dem die Haare über den ganzen Kopf verteilt ausfallen, ist für viele die noch dramatischere Alternative. Denn die Dichte der Haare nimmt hierbei so ab, dass die Kopfhaut sichtbar wird. Frauen sind davon öfter betroffen als Männer. Diese Form des Haarausfalls kann nach schweren Krankheiten, Operationen oder nach einer Geburt auftreten. Aber auch eine Vergiftung, zum Beispiel durch Amalgam, oder die Reaktion auf ein Medikament können die Ursache sein. Weiter ist der kreisrunden Haarausfall mit runden, kahlen Stellen zu beobachten. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, deren Ursachen weitgehend unbekannt sind. Das Immunsystem wendet sich hierbei gegen die eigenen Haarfollikel. Diese schrumpfen oder sterben gar ab. Oft tritt diese Art des Haarausfalls bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen mit anderen Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Vitiligo, Lupus, Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes auf. Doch in den allermeisten Fällen wachsen die Haare auch ohne Behandlung wieder nach. Da die Ursachen des Haarverlustes unterschiedlicher nicht sein könnten, sollte man auf alle Fälle zum Spezialisten.

Glatze oder Toupet?
Wenn Medikamente nicht mehr greifen, bleibt Haartransplantation, Toupet oder Glatze. Wenn die Glatzenbildung schon fortgeschritten ist, sparen so manche für eine Transplantation, die mehrere tausend Franken kosten kann. Hier werden dem Patienten intakte Haarwurzeln entnommen und an kahlen Stellen eingesetzt. Die Operation funktioniert unter örtlicher Betäubung und nach spätestens zwei Wochen sind die Schwellungen verschwunden. Billiger kommt der Mann mit einem Toupet, doch allzu grosses Sparen kann sich hier als schlechte Entscheidung herausstellen: Mit Echthaar und einem seriösen Institut ist sicher jeder besser beraten.

Doch immer heisst es, sich mit Bruce Willis imaginär anzufreunden. Auch er hatte dem Haarverlust erst den Kampf angesagt, dann mit Toupets experimentiert und inzwischen ist er einer der attraktivsten Glatzköpfe auf der Leinwand.

Alltagstipps gegen Haarausfall:

  • Auf gesunde Ernährung und ausreichend Entspannung achten.
  • Salz- und Chlorwasser möglichst sofort mit Süsswasser ausspülen.
  • Nicht zu heiss duschen – am besten lauwarm und am Ende eine kalte Spülung.
  • Grobe Kämme aus Horn oder Bürsten mit Naturborsten wählen und regelmässig reinigen (keine Metallborsten).
  • Heisses Fönen, Lockenstäbe, Wickler, Glätteisen, Färbungen und Toupieren vermeiden.
  • Nicht zu viel Shampoo und Shampoo wie auch Pflegespülungen und Kuren gründlich auswaschen.
(Yvonne von Hunnius)

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