In weniger als 45 Minuten von Zürich nach Bern

Ein Mega-Tunnel zwischen Rupperswil und Zürich Altstetten könnte die Bahnreise von der Limmat- in die Hauptstadt massiv verkürzen.

Noch schneller am Ziel: Reisende in einem Intercity der SBB zwischen Bern und Zürich. (Archivbild Keystone, Martin Rütschi)

Noch schneller am Ziel: Reisende in einem Intercity der SBB zwischen Bern und Zürich. (Archivbild Keystone, Martin Rütschi)

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Das Schienennetz im Schweizer Mittelland soll ausgebaut werden. Bisher stand im Hinblick auf den sogenannten Ausbauschritt 2030 der Bau der beiden Tunnel Chestenberg und Honeret im Vordergrund. Doch die Planer des Bundes bringen nun einen neuen Vorschlag ein, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt: Einen einzigen Mega-Bahntunnel zwischen Zürich und Rupperswil.

Im kürzlich aktualisierten Sachplan Verkehr des Bundes heisst es, jüngste Abklärungen hätten gezeigt, dass eine solche direkte Neubaustrecke ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweise als die Lösung mit zwei Tunnels. Sie sei allerdings nicht etappierbar.

Entscheidung zwischen Varianten noch nicht gefallen

Das Parlament wird 2018 über die Botschaft zum Ausbauschritt befinden. Mit dem Ausbau im Mittelland soll mehr Kapazität auf der Schiene geschaffen werden, was mehr Züge insbesondere im Aargau ermöglichen würde. Andererseits wäre damit auch die Verkürzung der Reisezeit zwischen Zürich und Bern auf 45 Minuten möglich. Mit einem einzigen, circa 28 Kilometer langen Tunnel zwischen Altstetten und Rupperswil würde die Reisezeit sogar noch darunter liegen. Heute beträgt die Fahrzeit für die schnellste Direktverbindung 56 Minuten.

BDP-Nationalrat Bernhard Guhl spricht sich in der «Schweiz am Sonntag» für den neuen Tunnel aus: Einerseits müssten neue Kapazitäten geschaffen werden, weil etwa zwischen Aarau und Zürich und Brugg und Zürich der Viertelstundentakt notwendig werde. Andererseits sei der Tunnel dank der geraden Streckenführung kürzer als die beiden anderen Tunnelprojekte. «Ich sehe nicht ein, weshalb man den Umweg über den Norden noch machen sollte, wenn die Strecke so oder so fast durchgängig in Tunnels geführt wird», sagt Guhl der Zeitung.

Ganz anders sieht das der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner: «Es wäre wohl der Wunsch der Bahnbetreiber, eine neue Strecke zu bauen. Ich stelle aber fest, dass das Geld ganz einfach fehlt», lässt er sich in der «Schweiz am Sonntag» zitieren. «Man muss auch bedenken, dass der Unterhalt des gesamten Schienennetzes derart hoch wird, dass im Moment keine neuen Projekte mehr geplant werden dürfen.» (nag)

(Erstellt: 24.01.2016, 09:41 Uhr)

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