Radikale Islamisten planen Auftritt in Freiburg

Am Jahrestreffen des Islamischen Zentralrats will ein mutmasslicher Terrorunterstützer auftreten – wenn er einreisen darf.

Mehrere angekündigte Prediger für die Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrats bewegen sich im Kreis militanter Islamisten: Muslime am Jahrestreffen im Jahr 2013. Bild: Martial Trezzini/Keystone.

Mehrere angekündigte Prediger für die Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrats bewegen sich im Kreis militanter Islamisten: Muslime am Jahrestreffen im Jahr 2013. Bild: Martial Trezzini/Keystone.

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Der «Beginn einer Revolution» soll es sein, so die Ankündigung auf der Website. Für den 29. November ruft der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) zur Jahreskonferenz nach Freiburg. Als würde man einer negativen Berichterstattung zuvorkommen wollen, betonen die Organisatoren im Programmheft: Der IZRS sei gegen Gewalt, Diskriminierung und Antisemitismus. Das Bekenntnis gilt aber offenbar nicht für die eingeladenen Redner. Mehrere der angekündigten Prediger bewegen sich im Dunstkreis militanter Islamisten und stehen unter Beobachtung der Behörden.

So etwa der kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassene Enis Rama (38). Als Imam der Moschee von Mitrovica gehört er zu den bekanntesten Predigern in Kosovo. Mitte September wurde er von schwer bewaffneten Polizisten verhaftet. Vorwurf: Terrorismus, Gefährdung der Verfassungsordnung und religiöse Hasspredigten. Rama steht unter Verdacht, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt zu haben, was er abstreitet. Aufgrund seiner extremistischen Ansichten taucht Rama auch in ­einem aktuellen Bericht des US-Aussenministeriums auf. Demnach soll er wiederholt gegen Juden gehetzt haben. In einem Eintrag auf der Website des islamischen TV-Senders Peace TV schrieb er: «Es gibt keine andere Rasse, die so verheerend und so böse ist und die mehr Ärger gemacht hat, als die Juden.»

Als «Quassel-Imam» bekannt

Neben mehreren bekannten Salafisten steht mit Abdul Adhim Kamouss (37) ein weiterer Redner auf dem Programm, der für Schlagzeilen sorgt. Seit seinem Auftritt in der Talkshow von Günther Jauch redet ganz Deutschland vom «Quassel-Imam». Der Ausdruck widerspiegelt allerdings nicht die Realität. Kamouss predigt in der radikalen Berliner Al-Nur-Moschee und steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Die deutsche Generalbundesanwaltschaft ermittelte erfolglos gegen ihn wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Ob tatsächlich alle ausländischen Redner in Freiburg auftreten werden, ist fraglich. Besonders für Rama dürfte es schwierig werden, in die Schweiz einzureisen. Zu allfälligen Einreisesperren wollte sich weder die Kantonspolizei Freiburg noch das Bundesamt für Polizei äussern. Der IZRS war nicht erreichbar.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 08.10.2014, 19:18 Uhr)

Enis Rama.

Abdul A. Kamouss.

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