«So ein Chabis»

Die Idee einer Quote für den Teilzeitmann ist heftig umstritten. Bürgerliche Kritiker befürchten eine Schwächung des Systems. Auch der oberste Teilzeitmann möchte den «Geruch des Quotenmannes» verhindern.

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Eigentlich müsste der Leiter des Projektes «Der Teilzeitmann» jubeln: Sein eigenes Ziel, dass bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent der Männer in der Schweiz Teilzeit arbeiten, erhält politische Unterstützung. Die grüne Nationalrätin Aline Trede will den Bundesrat beauftragen, 20 Prozent aller Stellen der Bundesverwaltung in Teilzeitstellen für Männer umzugestalten. Und zwar bis zum Jahr 2020.

Doch Teilzeitmann-Leiter Jürg Wiler ist eher zurückhaltend. Trede sei mit ihrem Ziel, die Teilzeitmänner zu fördern, voll auf seiner Linie, sagt er. Doch die Methode, die Quote zu erzwingen, sei nicht optimal. «Dann kommen wir bald einmal in den Geruch des Quotenmannes», sagt er. Teilzeitarbeit müsse für alle Beteiligten eine frei wählbare Option sein.

Ähnlich reagiert die grünliberale Nationalrätin Kathrin Bertschy. Sie unterstütze das Anliegen Tredes, Teilzeitarbeit für Männer zu fördern, voll. «Es ist wichtig, dass wir nun endlich vorwärtskommen in der Gleichstellungsdebatte», sagt sie. Der Bund als Arbeitgeber müsse hier eine Vorbildfunktion für die Wirtschaft einnehmen. Auch Bertschy zweifelt allerdings am Vorgehen der grünen Nationalrätin: «Ich bin skeptisch, ob eine Quote der richtige Weg ist.»

Linke dafür, Bürgerliche dagegen

Auf Ablehnung stösst Trede, die von Nationalräten der SP und der Grünen unterstützt wird, bei den Bürgerlichen. Für SVP-Nationalrätin Nadja Pieren ist die Quote für den Teilzeitmann schlicht «ein Chabis». So ein Eingriff würde das System schwächen, ist sie überzeugt. Denn es gebe nun einmal viele Kaderstellen, die man nur mit einem Vollzeitpensum ausüben könne. Pieren sieht in ihrer Kindertagesstätte «viele Väter, die Teilzeit arbeiten». Jeder Mann und jede Frau solle sich entscheiden können, ob er oder sie eine bestimmte Karriere machen oder eben auch noch zum Kind schauen wolle. «Den Fünfer und das Weggli gibt es nun mal leider nicht.»

Auch für FDP-Nationalrat Andrea Caroni geht eine Quote in jedem Fall zu weit. «Nun fangen wir also auch schon bei den Männern an, zu übersteuern», sagt er. Dort, wo es möglich sei, solle der Bund Teilzeitstellen anbieten. Diese dürften aber weder erzwungen noch für ein Geschlecht reserviert sein. Als Nationalrat sei er sowieso darauf angewiesen, Teilzeit arbeiten zu können, sagt Caroni. Seit der Geburt seines Kindes hat er sein Teilzeitpensum als Anwalt noch einmal von 40 auf 30 Prozent gesenkt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 10.10.2014, 12:26 Uhr)

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