Schweiz

Umfrage zur Personenfreizügigkeit: Die Gegner holen auf

Aktualisiert am 29.01.2009

50 Prozent dafür, 43 Prozent dagegen: Die zweite Umfrage vor der Abstimmung über die Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit zeigt einen kleinen Zugewinn im Lager der Gegner.

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Vergleich Januar - Dezember

Abstimmung Personenfreizügigkeit (Januar)

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Abstimmung Personenfreizügigkeit (Dezember)

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Hätte die Abstimmung über die Personenfreizügigkeit am letzten Wochenende stattgefunden, so hätten 50 Prozent mit Ja gestimmt. 43 Prozent hätten die Vorlage abgelehnt. 7 Prozent sind noch unentschlossen.

Letzte Tage entscheidend

Gegenüber der ersten Befragung von Ende Dezember/Anfang Januar legten beide Lager leicht zu, die Gegner aber leicht mehr: die Nein-Seite gewann 3 Prozent, die Ja-Seite 1 Prozent. Die SRG-Umfrage über die Weiterführung der Personenfreizügigkeit und deren Ausdehnung auf Bulgarien und Rumänien wurde zwischen dem 19. und 24. Januar 2009 vom Forschungsinstitut gfs.bern bei 1211 stimmberechtigten Personen in allen Landesteilen durchgeführt.

Die Politikwissenschafter von gfs.bern halten fest, die letzten Tage im Abstimmungskampf seien entscheidend für den Ausgang der Abstimmung am 8. Februar.

Starke Parteidisziplin

In der zweiten Befragung fällt auf, dass die Wählerschaften der grössten Parteien durchwegs und noch deutlicher als zuvor den jeweiligen Parolen folgen. Am stärksten für die Vorlage spricht sich nun die SP-Basis mit 84 Prozent Ja aus, gefolgt von den Grünen mit 81 Prozent.

Die FDP-Wählerschaft steht mit 73 Prozent hinter der Vorlage und jene der CVP mit 64 Prozent. Auf der Gegenseite unterstützen die SVP-Wählenden die Nein-Parole ihrer Partei jetzt mit 84 Prozent, in der ersten Befragung waren es noch 70 Prozent gewesen.

Eine relevante Änderung ergab sich bei den Parteiungebundenen. Waren in der ersten Befragung noch 52 Prozent für die Vorlage und 37 Prozent dagegen, so überwiegt jetzt die Ablehnung mit 47 Prozent Nein zu 42 Prozent Ja.

Deutschschweiz gespalten

In der französischsprachigen Schweiz zeichnet sich eine Zustimmung ab (56 Prozent Ja und 35 Prozent Nein), auch wenn sich gegenüber der ersten Befragung die Ja-Anteile verringert haben und die Nein-Anteile gestiegen sind (61 Prozent Ja zu 23 Prozent Nein). In der italienischsprachigen Schweiz überwiegt weiterhin die Ablehnung (56 Prozent Nein zu 41 Prozent Ja). Auch hier hat sich der Abstand der beiden Lager etwas verringert (66 Prozent Nein zu 31 Prozent Nein).

Ein gespaltenes Bild zeigt sich weiterhin in der Deutschschweiz. Mit 48 Prozent Ja und 45 Prozent Nein stehen sich Befürworter und Gegner fast gleich stark gegenüber. Die erste Befragung hatte 47 Prozent Ja und 44 Prozent Nein ergeben.

Wirtschaftslage zentral

Im so genannten Argumente-Test sagten 59 Prozent der Befragten, die Schweiz brauche die Personenfreizügigkeit mit der EU aus wirtschaftlichen Gründen. Knapp mehrheitlich ist mit 51 Prozent auch das Argument der Ja-Seite, die flankierenden Massnahmen böten Schutz vor Lohndumping.

Die Gegner der Vorlage punkten mit dem Argument, es sei undemokratisch, dass Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit in eine Vorlage gepackt wurden: 60 Prozent der Befragten stimmen dem zu. (cpm/sda)

Erstellt: 29.01.2009, 10:52 Uhr

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