«Gut möglich, dass Herr Polanski dort drüben ist»

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 30.09.2009

Helikopter über der Stadt, Polizisten im Quartier, Kameraleute vor dem Gefängnis: In Winterthur kursiert der Verdacht, Roman Polanski könnte der Grund für die angespannte Betriebsamkeit in der Stadt sein.

Vielleicht sitzt Polanski in einer dieser Zellen: Ein «France 2»-Kameramann vor dem Bezirksgefängnis Winterthur.

Simon Eppenberger

Alles zur Verhaftung des Star-Regisseurs

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Hermann-Götz-Strasse in Winterthur

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Anwohner des Bezirksgefängnisses Winterthur berichten, dass am Sonntag ein schwerer Helikopter zum Gefängnis geflogen sei. Und seither herrscht eine angespannte Betriebsamkeit im Quartier: «Heute war viel Polizei hier, gut möglich, dass Herr Polanski dort drüben ist», sagt ein Mann im Café De Lellis ganz in der Nähe des Bezirksgefängnisses. Bei der Vorstellung, dass Polanski wenige Meter von ihm entfernt einsitzt, zieht der Pöstler die Brauen hoch. «Davon weiss ich allerdings nichts.» Eine Anwohnerin reibt sich verwundert die Augen. «Polanski? Hier? Das wäre ja fast nicht zu glauben», sagt sie und verschwindet im Haus gleich neben dem Gefängnis.

Auch die Reporter von «France 2» und «Reuters» vermuten den Filmregisseur hinter den Mauern an der Hermann-Götz-Strasse in Winterthur. Sie richten ihre Kameras und Teleobjektive auf den eingeschossigen Bau im Stadtzentrum. Die französische Zeitung Figaro hatte geschrieben, Roman Polanski sitze möglicherweise hier.

Zentral und unauffällig

Tatsächlich ist das Bezirksgefängnis in Winterthur mit 48 Plätzen zwar klein, für die unauffällige Unterbringung eines Prominenten jedoch gut geeignet. Die Zufahrt führt über eine kurze Strasse und den Hinterhof der Kantonspolizei, welche nur von Berechtigten befahren werden dürfen.

Obwohl zentral beim Bahnhof gelegen, werden die Gebäude von Schrebergärten, zwei Villen mit Parks und Wohnhäusern sowie einer ruhigen Quartierstrasse umgeben. Deswegen hält auch Anwalt Valentin Landmann das Bezirksgefängnis in Winterhtur für Polanskis Unterbringung ideal, wie er gegenüber Tagesanzeiger.ch sagte.

Keine Bestätigung, kein Dementi

Ein Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung gegenüber des Gefängnisses lacht: «Der Bau ist voll, es hat gar keinen Platz.» Trotzdem kann sich ein Passant gut vorstellen, dass sich der Starregisseur im Gebäude befindet: «Hier ist es ruhig und die Zufahrt hinter dem Gebäude ist viel unauffälliger als in Zürich.» Gute Werbung für Winterthur ist das aber nicht, sagt der Mann weiter und geht mit seiner Einkauftasche die Strasse hinunter.

Auf die Frage, wie sie mit einem prominenten Gefangenen umgehen, verweist das Bezirksgefängnis an die Direktion in Kloten. Diese schweigt jedoch beharrlich. Der Aufenthalt von Polanski in Winterthur wird weder bestätigt noch dementiert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.09.2009, 14:48 Uhr

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