Polanski ist in Gstaad eingetroffen
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Roman Polanski hat am Freitag den Hausarrest in seinem Gstaader Ferienhaus angetreten. Unter den Augen zahlreicher Medienschaffender wurde der 76-Jährige am Mittag zu seinem Chalet gefahren. Kurz vor 13 Uhr fuhren zwei Limousinen mit verdunkelten Scheiben und Berner Kontrollschildern vor dem Chalet vor. Ob Polanski an Bord war, konnten die zahlreichen Medienschaffenden vor Ort zunächst nicht zweifelsfrei feststellen.
Wenige Augenblicke später teilte das Bundesamt für Justiz mit, Polanski sei nach Gstaad überführt worden. Am Donnerstagabend schon brannte im Chalet Licht. Augenzeugen gingen davon aus, dass Polanskis Frau und seine beiden Kinder im Chalet waren.
Medienschaffende aus der ganzen Welt hatten tagelang vor dem Chalet auf Polanskis Ankunft gewartet. Am Freitag belagerten zwischen 70 und 90 Medienschaffende das Anwesen, um einen Blick vom wohl berühmtesten «Häftling» der Schweiz zu erhaschen.
In Gstaad wird Polanski im elektronisch überwachten Hausarrest auf den Ausgang seiens Auslieferungsverfahrens an die USA warten. Überwacht wird Polanski mittels elektronischer Fussfessel. Er darf sich in seiner Liegenschaft und im Garten frei bewegen.
Protokoll der Ankunft von Polanski
13.05: Obwohl das mit Spannung erwartete Ereignis in wenigen Sekunden vorbei istr, bleiben die Journalisten vor Ort. Sie hoffen, dass Roman Polanski zu sehen ist oder sich zeigt.
13.00: Der Filmregisseur Roman Polanski ist in Gstaad eingetroffen. Zwei schwarze Limousinen fuhren in die Tiefgarage des Chalets ein, wie Augenzeugen berichten.
12.45: Die Spannung steige, sagt eine Reporterin von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, die vor Ort ist. Die Einheimischen interessierten sich nicht für die Ankunft des Starregisseurs. Die Gstaader hätten schon vorher ihren Unmut über den Medienrummel geäussert.
12.30: Vor dem Chalet von Filmregisseur Roman Polanski in Gstaad hat sich ein grosser Medientross in Stellung gebracht. Gegen 100 Medienschaffende aus aller Welt warten auf Polanski. In der Nähe der Liegenschaft parkieren diverse Übertragungswagen ausländischer Fernsehstationen. Polanski wird ab 13 Uhr in Gstaad erwartet, wo er seinen Hausarrest antritt. Seine Familie befindet sich schon dort.
12.00: Emmanuelle Seigner ist auch im Chalet. Die Fotoagentur Keystone veröffentlicht ein Bild der Frau, wie sie aus dem Fenster schaut.
11.30: Zwei Kinder hätten aus den Fenstern des Chalets in Gstaad geschaut, berichtet ein Reporter der Nachrichtenagentur AP. Die Frau von Roman Polanski, Emmanuelle Seigner, sei nicht am Fenster gesichtet worden. Gemäss Augenzeugen hatte am Donnerstagabend in Polanskis Haus Licht gebrannt.
Situation bis am Mittag
Polanski war aus Sicherheits- und Persönlichkeitsschutzgründen bereits am gestrigen Donnerstag aus dem Gefängnis Winterthur zunächst an einen unbekannten Ort gebracht worden, unbehelligt von den zahlreichen seit Tagen dort wartenden Medienleuten.
Während des Hausarrests im Berner Oberländer Ferienort kann Polanski zwar arbeiten, darf das Grundstück aber nicht verlassen. Das Bundesstrafgericht hat letzte Woche entschieden, Polanski gegen eine Kaution von 4,5 Millionen Franken und Hinterlegung seiner Papiere in die elektronisch überwachte Freiheit zu entlassen.
(vin/sda)
Erstellt: 04.12.2009, 15:32 Uhr
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